Personalgesetz: Ausserrhoden wertet Vaterrolle auf

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PersonalgesetzAusserrhoden wertet Vaterrolle auf

Der Ausserrhoder Kantonsrat hat dem Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen für Angestellte der Kantonsverwaltung zugestimmt.

von
nag
Zugeständnis für eine grössere Rolle bei der Kindererziehung: Ein Vater liebkost seine neugeborene Tochter. (Archivbild)

Zugeständnis für eine grössere Rolle bei der Kindererziehung: Ein Vater liebkost seine neugeborene Tochter. (Archivbild)

Keystone/Michael Sohn

Der Appenzeller Halbkanton übernimmt in der Ostschweiz eine Vorreiterrolle: Der Ausserrhoder Kantonsrat hat heute dem Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen für Angestellte der Kantonsverwaltung zugestimmt. Mit 51 zu 11 Stimmen hiess der Rat eine entsprechende Teilrevision des Personalgesetzes in erster Lesung gut.

In Kanton Thurgau und in Appenzell Innerrhoden gibt es zwei Tage Vaterschaftsurlaub, in St. Gallen sind es fünf Tage. Eine Erhöhung ist in diesen drei Kantonen momentan kein Thema. Der Bund und vier Kantone (BE, BS, VS, GE) gewähren bereits heute zehn Tage Vaterschaftsurlaub.

Mit familienfreundlichen und flexiblen Anstellungsbedingungen will Ausserrhoden einen wichtigen Grundsatz des Personalleitbildes erfüllen. Ein Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen berücksichtige dieses Forderung, heisst es im Antrag der Ausserrhoder Regierung.

Mit der Aufwertung der Rolle der Väter werde ein klares Signal angesichts der zahlreichen und folgenlosen Vorstösse auf Bundes- und Kantonsebene während der letzten zehn Jahre gesetzt. Inzwischen praktizierten auch zahlreiche Betriebe diese Form der Familienförderung.

Pattsituation nach erster Abstimmung

Die Vorlage war bereits im Vorfeld stark umstritten. Vor allem das Gewerbe und die SVP sprachen sich gegen einen derartigen Ausbau der Sozialleistungen für Staatsangestellte aus. Die beiden Freitage bei der Geburt eines Kindes, die den Vätern ohnehin zugestanden werden, würden genügen.

Finanzdirektor Köbi Frei (SVP) hielt entgegen, dass der finanzielle Mehraufwand für den Kanton marginal und absolut verkraftbar sei. Schätzungen belaufen sich auf 56'000 Franken oder 0,07 Prozent des jährlichen Personalaufwandes.

Erst in einem zweiten Abstimmungsgang – der erste Durchgang endete 30:30 – erzielte der regierungsrätliche Antrag das absolute Mehr. Der Rat hiess mit 51 zu 11 Stimmen eine entsprechende Teilrevision des Personalgesetzes in erster Lesung gut. (nag/sda)

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