Blutgerinnsel nach Impfung: Aussetzen von Impfungen kann laut Experte schaden
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Blutgerinnsel nach ImpfungAussetzen von Impfungen kann laut Experte schaden

Dänemark verzichtet vorerst, den AstraZeneca-Impfstoff zu verabreichen. Dies könnte mehr negative Folgen haben, sagt ein deutscher Mediziner.

Für mindestens zwei Wochen verzichtet Dänemark auf die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin. (Symbolbild)

Für mindestens zwei Wochen verzichtet Dänemark auf die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin. (Symbolbild)

AFP

Nach Ansicht eines deutschen Mediziners kann die Entscheidung der dänischen Behörden, die Verabreichung des AstraZeneca-Impfstoffs auszusetzen, mehr schaden als nutzen. Blutgerinnsel, die vereinzelt nach der Corona-Impfung registriert wurden, kämen bei schwerkranken Covid-19-Patienten sehr häufig vor, sagte Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Jena. Durch das Aussetzen der Impfungen in Dänemark für zunächst zwei Wochen sei es sehr wahrscheinlich, dass nun mehr Menschen an Covid-19 erkranken als ohne diese Entscheidung – und etwa fünf Prozent davon sicher auch schwer. So könnten folglich auch mehr Thrombosen entstehen.

«Die Entscheidung verursacht wahrscheinlich mehr Schaden, als dass sie potenzielle Impfkomplikationen verhindert, von denen wir derzeit nicht einmal wissen, ob es überhaupt Impfkomplikationen sind», sagte Pletz. Das sei eine unangemessene Nutzen-Risiko-Abwägung gewesen.

Erkrankung im Normalbereich

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca zu impfen. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hiess es. Norwegen und Island folgten der Entscheidung Dänemarks.

Pletz kommt wie auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zu dem Schluss, dass die Rate der Thrombosekranken nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Präparat dem spontanen Auftreten dieser Erkrankung in der Normalbevölkerung entspricht. Bis 10. März hat die EMA 30 Fälle von «thromboembolischen Ereignissen» bei fast fünf Millionen mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpften Menschen registriert.

(DPA/roy)

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