Aktualisiert 29.06.2005 10:03

Aussetzer bei Unaxis

Ein Tag nach der formellen Machtübernahme des Technologiekonzerns Unaxis durch die österreichischen Investoren Mirko Kovats und Ronny Pecik ist der Handel mit den Aktien des Unternehmens ausgesetzt worden.

Einen Tag nach der formellen Machtübernahme von Victory bei Unaxis kommt es zu personellen Auflösungserscheinungen beim Technologiekonzern. Finanzchef Kelterborn und Personalchef Mölleney verlassen das Unternehmen. Damit ist die Geschäftsleitung praktisch verwaist.

Die beiden Konzernleitungsmitglieder Kaspar Kelterborn und Matthias Mölleney verlassen das Unternehmen per sofort, wie Unaxis am Mittwochvormittag mitteilte. Die Nachfolge stand noch nicht fest. Gemäss früheren Angaben eines Unaxis-Sprechers verfügten die beiden Manager über eine Klausel in ihren Verträgen, die ihnen im Falle eines Kontrollwechsels die Kündigung innerhalb eines Monates erlaubt und ihnen ein Jahressalär als Entschädigung garantiert.

Mit dem Abgang von Kelterborn und Mölleney ist die Konzernleitung von Unaxis praktisch verwaist. Letztes verbliebenes Mitglied ist der interimistische Konzernchef Harald Eggers. Mit Thomas Limberger steht dessen Nachfolger aber bereits in den Startlöchern. Limberger, der auch im Verwaltungsrat sitzt und seinen Posten als operativer Chef offiziell am 1. August antritt, gilt als Vertrauter der Victory-Verantwortlichen Mirko Kovats und Ronny Pecik. An der Generalversammlung vom (gestrigen) Dienstag wurde er vom abgetretenen Verwaltungsratspräsidenten Markus Rauh indirekt beschuldigt, während der Übernahmeschlacht vertrauliche Informationen an Victory weitergeleitet zu haben. Rauh nannte Limbergers Namen nicht, machte aber klar, dass niemand anders für die Rolle in Frage kommt.

Unmittelbar vor der Bekanntgabe der beiden Abgänge an der Konzernspitze wurde der Handel mit Unaxis-Aktien an der Schweizer Börse ausgesetzt. Der Kurs lag um 10.00 Uhr 1,3 Prozent im Minus bei 171,10 Franken. Laut einem Sprecher der Schweizer Börse erfolgte der Antrag auf Aussetzung des Aktienhandels von Unaxis.

Für Mölleney ist das Aus bei Unaxis bereits der dritte vorzeitige Abgang in Folge. Der frühere Lufthansa-Manager war bis zum Grounding bei der Swissair tätig und wechselte in der Folge zu Centerpulse, die vom amerikanischen Zimmer-Konzern geschluckt wurde. Kelterborn war früher beim Chemiekonzern Clariant tätig. Beide stiessen vor zwei Jahren zu Unaxis.

(dapd)

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