Aktualisiert

Sursee LUAusstellung führt durch die Welt des Geschmacks

Gummibärchen sind Geschmackstöter und Reiche haben einen anderen Riecher als Arme: Das zeigt die aktuelle Ausstellung «Geschmack» in Sursee.

von
Martin Erdmann
Sibylle Gut, Co-Leiterin des Sankturbanhof Sursee, prüft in der Ausstellung «Geschmack» ihre Sinne. (mer)

Sibylle Gut, Co-Leiterin des Sankturbanhof Sursee, prüft in der Ausstellung «Geschmack» ihre Sinne. (mer)

Augen zu und durch: Die Ausstellung «Geschmack» im Sankturbanhof Sursee wird blind besucht. Mit Augenbinden wird an acht Stationen zu Tisch gebeten. Instruktionen per iPod führen durch den Raum. In einem rund einstündigen Rundgang erfährt der Besucher so einiges über den Geschmackssinn. «Die Ausstellung soll eine Bewusstseinsförderung des Schmeckens sein», sagt Sibylle Gut, Co-Leiterin des Museums.

Auch Themen wie Geschmacksverstärker und ­Zusatzstoffe werden kritisch behandelt. Als Kritik an der ­Lebensmittelindustrie soll die Ausstellung aber nicht verstanden werden: «Wir wollen vielmehr die Konsumenten zum Denken anregen», so Gut.

Spannend ist auch: Geld wirkt sich auf den Geschmack aus. Das erfährt man bei der Station von Jakob Tanner, Professor an der Uni Zürich. Während Reiche Filet essen, müssen sich Arme mit Innereien und Leber begnügen: «Die Unterschicht findet aber meistens das Essen gut, zu dem sie verdammt ist», so Tanner.

Gar nicht gut für den Gaumen sind Süssigkeiten wie Gum­mibärchen. «Die haben einen so starken Geschmack, dass die Geschmacksnerven überstrapaziert werden», erklärt Josiane Walpen von der Stiftung Konsumentenschutz an ihrer Station. Die Ausstellung läuft bis zum 11. September.

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