Aktualisiert 10.10.2005 17:14

Auster: Vom Liebes-Turbo zur Königin der Muscheln

Vom Arme-Leute-Essen zur Delikatesse: Austern gelten als Königinnen der Muscheln. Für Casanova waren sie der Treibstoff seiner Männlichkeit.

Mindestens 50 mit dem Saft geschlürfte Austern hätten seine Manneskraft gefördert, schrieb einst Casanova und begründete damit einen Mythos, der sich bis heute hält: die Austern als Wundermittel der Liebe.

«Die Wirkung liegt wohl eher am Champagner», bemerkt Michael Martin, Delicatessa-Verkaufsleiter vom Globus Bahnhofstrasse, hierzu trocken. Eine potenzsteigernde Wirkung sei aber gewiss auch im Eiweissreichtum der Muschel zu suchen.

Egal ob Aphrodisiakum oder nicht: Austern sind die Königinnen der Muscheln. Das war nicht immer so: Früher galten sie als Arme-Leute-Essen und erst in den 50er-Jahren wurden sie vom Zürcher Nobelhotel St. Gotthard in die Schweiz gebracht.

Heute gelten Austern als Luxus-Produkt und kosten bis zu sieben Franken pro Stück. Sie kommen aus der ganzen Welt, die edelsten stammen aus der südlichen Bretagne: die Belons. Diese geschmacksintensive Flach-Auster ist wegen ihrer kurzen Lebensdauer nur selten im Detailhandel anzutreffen. «Wir verkaufen vor allem die Spécial de Claire», sagt Martin, «sie überlebt richtig gelagert bis zu acht Tage.»

Genossen werden Austern vorwiegend roh. Beim Austerneinkauf sei daher darauf zu achten, dass sie kühl und fest in Körben verschlossen gelagert werden. Sobald sich die Auster öffnet und sie ihr Meerwasser verliert, stirbt sie.

«Eine gesunde Auster darf nicht hohl klingen und muss nach Meer schmecken», weiss Martin. Im Gegensatz zu Casanova empfiehlt er allerdings, Austern mit Mass zu geniessen.

Jan Graber

Die Garantie für die Frische

Im Detailhandel erhältliche Austern bleiben bis zu acht Tage frisch – sofern sie richtig gelagert werden. Michael Martin von Globus Delicatessa empfiehlt, Austern im fest verschnürten Korb zuunterst im Kühlschrank aufzubewahren, notfalls sollte der Korb zusätzlich beschwert werden, so dass sich die Muscheln nicht öffnen. Austern bleiben nur frisch, wenn sie im eigenen Meerwasser schwimmen. Eine verdorbene Auster beginnt nach Ammoniak zu stinken.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.