Australian Open: Novak Djokovic motzt über Ungleichbehandlung

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Australian Open«Nur ich werde kritisiert» – Djokovic motzt über Ungleichbehandlung

Der Serbe ärgert sich am Australian Open darüber, dass seine Verletzungen in Frage gestellt werden, während andere Spieler als Opfer dargestellt würden.

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Novak Djokovic fehlen in Australien noch drei Siege zu seinem 22. Grand-Slam Titel.

Novak Djokovic fehlen in Australien noch drei Siege zu seinem 22. Grand-Slam Titel.

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An einer Pressekonferenz nach seinem Achtelfinalsieg platzte dem Serben aber der Kragen.

An einer Pressekonferenz nach seinem Achtelfinalsieg platzte dem Serben aber der Kragen.

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Djokovic nervt sich, dass seine Verletzungen in Frage gestellt werden.

Djokovic nervt sich, dass seine Verletzungen in Frage gestellt werden.

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Darum gehts

  • Novak Djokovic zeigt am Australian Open grosses Tennis.

  • Für Diskussionsstoff sorgt sein Gesundheitszustand.

  • Der Serbe beklagt sich darüber, nicht fair behandelt zu werden.

Im Eilzugtempo deklassierte Novak Djokovic am Montag den überforderten Australier Alex de Minaur und setzte sich im Achtelfinal des Australian Open nach nur 2:06 Stunden locker mit 6:2, 6:1, 6:2 durch. Nach der Partie beklagte der Tennis-Superstar gegenüber serbischen  Medien eine Ungleichbehandlung und beschwerte sich, dass seine Oberschenkelverletzung mitunter infrage gestellt werde.

«Wenn einige andere Spieler verletzt sind, dann sind sie die Opfer, aber wenn ich es bin, täusche ich es vor. Es ist sehr interessant», zitierte die Plattform Tennismajors.com den 35-Jährigen. Diese Aussagen seien im Gespräch mit serbischen Journalisten nach Djokovics Sieg gegen de Minaur gefallen, hiess es.

Kritik gibt Novak Djokovic Zusatzmotivation

Djokovic betonte aber auch, er habe nicht das Gefühl, dass er «irgendjemandem etwas beweisen» müsse. Dennoch überlege er, Bilder zum Beispiel von MRT- und Ultraschall-Untersuchungen in einem Dokumentarfilm oder auf Social Media zu veröffentlichen: «Vielleicht mache ich das, vielleicht nicht».

Eigentlich würde es ihn «nicht interessieren», was andere Leute über seine Verletzung sagen. Er habe sich «daran gewöhnt», es gebe ihm sogar «extra Kraft und Motivation», behauptete der 21-malige Grand-Slam-Sieger, «also danke ich ihnen dafür». Djokovic trifft im Viertelfinalmatch am Mittwoch auf den Russen Andrei Rubljow. 

Eurosport-Expertin genervt

Der Serbe hatte in den ersten Runden einige Behandlungspausen eingefordert und sich immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Oberschenkel gefasst und war nach Ballwechseln auch gehumpelt. Im Spiel selbst war ihm die Verletzung aber kaum anzumerken gewesen. «Was mich immer so ein bisschen stört: Der läuft voll zum Ball und danach kommt das Humpeln – als wenn er demonstrieren will: Ey Leute, ich hab da was. Das nervt mich ein bisschen», hatte Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport kritisiert. 

Sein Ex-Trainer Boris Becker erklärte, dass Djokovics Verhalten für die Gegner «schwierig» sei. «Manchmal hat man den Eindruck, dass er blufft. Manchmal hat man den Eindruck, er kann das Match nicht beenden», sagte der Eurosport-Experte: «Es ist irgendwie zwischen Himmel und Hölle.» 

Reaktion von Fritz im Netz

Djokovics deklassierter Gegner de Minaur wurde in der Pressekonferenz nach seiner Achtelfinalniederlage  ebenfalls zu den Spekulationen um den Fitnesszustand des Serben befragt. «Ich denke, er hat sich heute ziemlich gut bewegt», erklärte der Australier bloss, ohne die Angelegenheit weiter kommentieren zu wollen.

Zu Wort meldete sich dafür Taylor Fritz auf Social Media. Via Twitter liess die Weltnummer neun verkünden, dass «80 Prozent der Spieler» sich ständig mit irgendwelchen Verletzungsproblemen herumschlagen würden. «Die Medien konzentrieren sich aber nur auf die Top-Spieler. Deswegen kriegen deren Probleme mehr Beachtung», so der US-Amerikaner. 

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(dpa/flo)

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