Australien entschuldigt sich bei Ureinwohnern
Aktualisiert

Australien entschuldigt sich bei Ureinwohnern

Australiens neuer Labor-Premierminister Kevin Rudd will sich im Namen der Nation am Mittwoch im Parlament formell bei den Ureinwohnern entschuldigen.

Die Geste gilt als historischer Meilenstein in den schwierigen Beziehungen zwischen Aborigines und weissen Einwanderern.

Konkret geht es um die jahrzehntelange Politik von den 30er bis in die 70er Jahre, Aborigine-Kinder aus ihren Familien zu reissen und in Heimen oder weissen Pflegefamilien aufwachsen zu lassen, um sie anzupassen.

Die entwurzelten Kinder sind als «gestohlene Generationen» bekannt. Rudd nannte dies am Sonntag gegenüber dem Fernsehsender «Nine Network» einen «Schandfleck auf der Seele der Nation.»

Rudd sagte, er habe sich am Samstag mit einer Ureinwohnerin getroffen, die im Alter von vier Jahren ihre Eltern zum letzten Mal sah. Solche Schicksale seien im Land weit verbreitet und Ursprung für «riesigen Schmerz».

Rudds Amtsvorgänger hatten eine Entschuldigung bei den Aborigines stets abgelehnt. Die Aborigines fordern neben einer Entschuldigung auch eine angemessene finanzielle Wiedergutmachung. Dies hat aber auch Rudd bereits kategorisch abgelehnt.

Etwa 500 000 der 21 Millionen Australier bezeichnen sich als Ureinwohner. Wie viele Kinder ihren Familien zwangsweise genommen wurden, ist unbekannt. Unter den Ureinwohner sind Armut, Krankheit, Kriminalität weitaus verbreiteter als im Durchschnitt der australischen Bevölkerung.

(sda)

Deine Meinung