Naturschutz: Australien «harpuniert» Japans Walfangpolitik
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NaturschutzAustralien «harpuniert» Japans Walfangpolitik

Mit einem Millionen-Programm will die australische Regierung die Forschung an Walen ausweiten, ohne dabei - im Gegensatz zu Japan - auch nur einen Meeressäuger zu töten.

In das Projekt sollen sechs Millionen australische Dollar (gut drei Millionen Euro) investiert werden, wie Umweltminister Peter Garrett am Montag bekanntgab. Die Forschungen sollen demnach kurz vor Beginn der Jagdsaison im Südmeer aufgenommen werden. Damit wolle man Japan beweisen, dass wissenschaftliche Ergebnisse «auch ohne den Einsatz von Harpunen» erzielt werden könnten, sagte Garrett.

Auswirkungen auf die in Kürze beginnende diesjährige Jagdsaison wird es wohl nicht haben. Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Montag berichtete, haben japanische Walfangschiffe inzwischen einen Hafen im Südwesten Japans verlassen und sind in Richtung Antarktis aufgebrochen. Die Flotte sei unter stärksten Sicherheitsvorkehrungen ausgelaufen, hiess es. Japanische Walfänger wollen bis zu 935 Zwergwale und 50 Finnwale fangen. Abstriche an dem Programm werde es trotz internationaler Proteste und nachlassender Nachfrage nach Walfleisch nicht geben, hiess es in Tokio.

Japan tötet jährlich rund 1000 Wale zu Forschungszwecken, wie die Regierung in Tokio es darstellt. Sie erhielt zu diesem Zweck von der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine Ausnahmegenehmigung, denn der kommerzielle Walfang ist seit 1986 verboten. Kritiker des japanischen Programms machen jedoch geltend, dass damit sehr wohl kommerzielle Zwecke verfolgt würden, zumal das Walfleisch anschliessend zum Verzehr verkauft werde.

Die Regierung in Canberra will ihre Forschungen laut Garrett unter Einsatz modernster Satellitentechnik vor allem aus der Luft betreiben: «Australien ist nicht der Ansicht, dass man Wale töten muss, um sie besser zu verstehen.» (dapd)

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