Australien nimmt japanische Walfänger unter die Lupe
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Australien nimmt japanische Walfänger unter die Lupe

Australien hat die Entsendung einer Beobachtermission in die Antarktis angekündigt, um dort bei Zusammenstössen zwischen Tierschützern und japanischen Walfängern einzugreifen.

Das Zollschiff Oceanic Viking werde in den kommenden Tagen ohne seine sonst übliche Bewaffnung auslaufen, sagte der australische Aussenminister Stephen Smith am Mittwoch. Auch ein Flugzeug der Luftwaffe werde entsandt.

Schliesslich sei das Risiko, dass bei einer Aktion der Tierschützer Menschen verletzt oder sogar getötet würden, «sehr hoch», fügte Smith hinzu. Dies sei umso besorgniserregender, als auf hoher See weit weg vom Festland die Rettungsmöglichkeiten sehr gering seien.

Bei der Entsendung der Oceanic Viking gehe es darum, die Situation zu beobachten. Es solle kein Zwang auf die Walfänger ausgeübt werden, betonte Smith.

Sein Land werde bei Japan offiziell Protest gegen den Walfang einlegen und einen Diplomaten entsenden, der in Tokio auf ein Ende der Jagd drängen solle.

Die Umweltorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd haben jeweils ein Schiff in die Antarktis geschickt, um die japanische Flotte vom Fang von rund 1000 Zwerg-, Finn- und Buckelwalen abzuhalten. Während Greenpeace einen friedlichen Kampf ankündigte, drohte die Organisation Sea Shepherd, mit ihrem Schiff die japanische Fangflotte zu rammen.

Die japanische Regierung warb um Verständnis für ihr Walfangprojekt. «Wir werden Australien über diplomatische Kanäle weiter die Notwendigkeit des Walfangs zu Forschungszwecken erklären», sagte Regierungssprecher Nobutaka Machimura in Tokio. Die Angelegenheit müsse im Sinne «freundlicher Beziehungen zwischen Japan und Australien» ruhig angegangen werden.

(sda)

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