Aktualisiert 20.10.2006 17:28

Ausverkauf von Chiracs Weinkeller

Die Stadt Paris trennt sich von den edelsten Tropfen aus ihrem Weinkeller. Der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë eröffnete am heute Nachmittag eine zweitägige Weinauktion.

Fast 5000 der ältesten und wertvollsten Flaschen aus der Weinsammlung des Rathauses wurden angeboten. Sie stammen vielfach noch aus der Zeit seines konservativen Vorgängers Jacques Chirac, der während seiner langen Zeit als Stadtoberhaupt für rauschende Empfänge bekannt war.

Die heutige Stadtregierung erhofft sich vom Verkauf der Luxus- Tropfen nun einen Geldsegen von 550 000 bis 800 000 Euro (870 000 bis 1,2 Mio Franken) für den Stadtsäckel.

Als erstes kam am Freitag eine Kiste mit sechs Flaschen Château Laffite-Rothschild 1998 zum Preis von 900 Euro unter den Hammer. Die edelsten Tropfen sind zwei Flaschen Romanée Conti aus dem Jahr 1986, sowie zwölf Flaschen Château Pétrus von 1990.

Offizielle Begründung für den Verkauf ist die Befürchtung, dass der Wein bei einem Seine-Hochwasser Schaden nehmen könnte. Eine Inventur hatte aber auch gezeigt, dass der städtische Weinvorrat bei weitem den Bedarf übersteigt.

Maratier sagt, im Rathaus werde wohl inzwischen genauer auf die Kosten für die Bewirtung der Gäste geachtet als früher. Immerhin 2000 Flaschen Wein behält auch Delanoë in Reserve.

(sda)

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