Aktualisiert 17.10.2017 08:52

Basel

Auswärts Zmörgele wird immer mehr zum Trend

In Basel boomt das Zmörgele: Anstatt zum Abendessen setzen sich viele Basler heute lieber zum Frühstück in ein Restaurant. Bei Buffets ist jedoch Vorsicht geboten.

von
rob

Morgens wie ein Kaiser und abends wie ein Bettler: Dieses Sprichwort scheinen sich immer mehr Basler zu Herzen zu nehmen. Die geben Gastronomen an, die ihre Kunden vermehrt schon in den frühen Morgenstunden begrüssen. «Bis zu 20 Prozent unserer Kundenfrequenz ist am Morgen», sagt Raoul König, Direktor der Manora-Restaurants, zum SRF- «Regionaljournal».

Im Manor Restaurant erwartet die Kunden mittlerweile ein ausgiebiges Buffet, das vom Spiegelei bis zum Müsli jedem etwas bietet. Laut König hat die erhöhte Kundenfrequenz am Morgen auch mit verändertem Essverhalten zu tun. «Die Leute wollen gesünder essen. Frische Früchte zuzubereiten bedeutet eben Aufwand.» Diesen spart man sich mit dem Gang ins Restaurant.

«Das Frühstück ist das neue Dinner»

Auch das Restaurant Pane con Carne spürt die Veränderung. «Wir mussten uns anpassen», sagt Mitinhaberin Miryam Probst zum SRF. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren wurde die Frühstücks-Karte angepasst: «Die Kunden wollten eine grössere Auswahl.»

«Bei uns sagt man: Das Frühstück ist das neue Dinner», so Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband. Vermehrt würden die Basler ihr Abendessen ins grenznahe Ausland verschieben. Den Frühstücks-Trend erklärt er sich mit der steigenden Anzahl Single-Haushalten, die nicht für sich alleine ein Zmorge zubereiten wollen.

Das sagt die Ernährungsberaterin

Für Béatrice Chiari, dipl. Ernährungsberaterin SHS in Zürich, spricht grundsätzlich nichts gegen ein Morgenessen auswärts: «Frühstück-Buffets sind vor allem für die Menschen eine gute Möglichkeit, die keine Zeit haben, selbst etwas zuzubereiten», sagt sie zu 20 Minuten. Zulangen sollte man jedoch immer im Wissen, was dem eigenen Körper guttut. Auch die Gastronomen stünden in der Verantwortung, eine gesunde Auswahl anzubieten.

Ein klassisches Bauern-Frühstück aus Brot, Butter und Konfi sei dabei weniger ideal. «Das Frühstück sollte ausgewogen sein und ein breites Spektrum an Nährstoffen abdecken», so Chiari. Statt Cornflakes sollte man besser sättigende Haferflocken wählen. Nüsse, Kerne und Samen seien derweil eine ideale Quelle für hochwertige Fette und Eiweiss. Auch Fleisch, Rührei oder ein Stück Käse sei nicht verboten. Hinzu kommen Vitamine und Mineralien, wie sie in frischen oder gedämpften Früchte und Gemüse enthalten sind.

Dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist kann Chiari nicht unterschreiben. «Grundsätzlich ist jede Mahlzeit für sich wichtig. Die Bedürfnisse sind dabei sehr individuell.» Sie beobachte eine starke Tendenz, dass die Menschen immer später zu Abend essen. «Dadurch haben sie direkt nach dem Aufstehen oftmals gar keinen Hunger.» Laut Chiari könne man auch etwas später am Vormittag oder nur wenig essen, um Heisshunger-Attacken vorzubeugen. «Es kommt auf die Qualität und eine clevere Zusammensetzung an», sagt sie.

Das sagen die Leser

Bei den Lesern scheint der Magen bereits am Morgen zu knurren. «Ich esse jeden Tag Zmorge. Ich habe auch immer mega Hunger», sagt Angela (23) aus Basel. «Ich esse immer eine Banane und Dar-Vida. Ohne ein Frühstück wäre ich bis zum Mittag ausgepowert», sagt der 21-jährige Andreas. Bei Sarina aus Nidau bei Biel gibts direkt nach dem Aufstehen nur Tee. «Ich esse meistens erst später, wenn ich unterwegs bin.» Dann gebe es meistens ein Gipfeli. Ein Frühstück im Restaurant sei bei allen eher die Ausnahme.

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