Bern: Auswege aus der Computergame-Falle
Aktualisiert

BernAuswege aus der Computergame-Falle

Buben in der Krise: Immer weniger machen die Matur. Viele schwänzen und gamen stundenlang am PC. Ein Deutscher will jetzt in Bern Lösungen präsentieren.

von
Nina Jecker

In keinem einzigen Fach sind Buben im Kanton Bern besser als die Mädchen: Dies zeigt eine aktuelle Studie der Uni Bern mit 14- und 15-Jährigen. «Einer der Gründe ist, dass ­besonders Jungs mit traditionellen Geschlechterrollen im Unterricht stören, anstatt mitzumachen», so Ko-Projektleiter Andreas Hadjar. Die Folgen zeigen sich auch bei den Maturitätsabschlüssen: 1998 schlossen 689 junge Männer und 687 junge Frauen das Gymnasium ab, 2008 waren es 875 beziehungsweise 1271.

Bleibt der Erfolg aus, flüchten viele Buben ins Internet: «Dort wird ihnen in Egoshooter-Games eine illusorische Macht geboten», so Andreas Kreis von der Erziehungsdirektion des Kantons. «Ein Teufelskreis», weiss der deutsche Professor Christian Pfeiffer aus Niedersachsen. «Je mehr Zeit sie mit Gamen verbringen desto schlechter werden die Noten.»

Weiter führten Schulfrust und Killerspiele zu Gewalt – «das zeigt der zunehmende Vorsprung der Jungen bei Gewalttaten», so Pfeiffer. In einem Vortrag an der Uni Bern wird der Kriminologe am 20. April Strafrechtlern, dem Kanton und Lehrern seine Lösung einer Ganztagesschule mit vielen Freizeitaktivitäten in der realen Welt präsentieren.

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