Aktualisiert

St. GallenAusweisung aufgehoben – Secondo-Paar darf bleiben

Wegen Drogendelikten sollte ein Secondo-Paar nach Italien ausgeschafft werden. Nach Protesten hat der Kanton den Wegweisungsentscheid nun aufgehoben.

Petitionäre reichten im April rund 2300 Unterschriften gegen die Ausweisung des Paares ein.

Petitionäre reichten im April rund 2300 Unterschriften gegen die Ausweisung des Paares ein.

Das St. Galler Sicherheits- und Justizdepartement ist auf ein Wiedererwägungsgesuch eingetreten und sieht definitiv von der Wegweisung ab. Das Paar darf in der Schweiz bleiben.

Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartements, bestätigte einen entsprechenden Bericht des «Tages-Anzeiger» vom Donnerstag. Man anerkenne die positive Entwicklung und soziale Stabilisierung des Paars seit dem ersten Behördenentscheid, der bereits über drei Jahre zurückliegt.

Letzte Chance

Das Paar habe nochmals eine «letzte Chance» erhalten, sagte Arta. Der Entscheid sei unter der Führung der St. Galler Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann gefällt worden. Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements, war als ehemaliger Anwalt des Paars in der Sache in den Ausstand getreten.

Der Mann und die Frau, die ausgeschafft werden sollen, haben noch nie in Italien gelebt; beide sind drogenabhängig und HIV-positiv. Gemeinsam haben sie eine 22 Jahre alte Tochter. «Keine Ausschaffung nach 50 Jahren in der Schweiz», heisst es auf der Website des Komitees, das sich mit einer Petition gegen die Ausschaffung des Paars einsetzte. Anfang April reichte das Komitee beim St. Galler Sicherheits- und Justizdepartement eine Bittschrift mit rund 2000 Unterschriften ein.

Straffällig wegen Drogensucht

Wegen Drogenabhängigkeit ist das Paar mehrmals straffällig geworden. Obwohl die Frau arbeite und die Bewährungshelfer und Beistände dem Paar ein gutes Zeugnis ausstellten, sollten sie nach Italien abgeschoben werden.

Beide hätten ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht und in Italien keinerlei soziales Netz. Wegen ihrer Krankheiten seien sie auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen. Aus diesen Gründen sei auf eine Wegweisung aus St. Gallen zu verzichten, so das Komitee. (sda)

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