Auswilderung schlug fehl: Steinbock nun im Dählhölzli
Aktualisiert

Auswilderung schlug fehl: Steinbock nun im Dählhölzli

Happyend für das Steinböckli von Lauterbrunnen: Nach der misslungenen Auswilderung und schwerer Krankheit darf das 2-jährige Tier jetzt im Dählhölzli bleiben.

«In der Natur hätte das Steinbock-Weibchen nicht überlebt – jetzt geben wir ihm eine neue Chance bei uns», sagt Dählhölzli-Kurator Marc Rosset. Das Tier hat eine regelrechte Odyssee hinter sich: Erst wenige Tage alt, wurde es 2004 in Lauterbrunnen mit einem gebrochenen Bein gefunden und in der Wildstation Utzensdorf aufgepäppelt.

Im vergangenen Sommer erfolgte die Auswilderung. Doch der Versuch in freier Wildbahn misslang – das Tier suchte den Kontakt zu Menschen: «Es lief oft Wanderern hinterher», so Rosset.

«Wir hatten Angst, dass der Steinbock von einem Hund erwischt werden könnte», sagt Marianne Staub von der Wildstation. Deshalb kam er zurück nach Utzensdorf – und wurde dort prompt positiv auf die gefährliche Gämsblindheit getestet. «Jetzt ist aber alles wieder in Ordnung», versichert Staub.

Noch gut eine Woche hat das Böckli Schonfrist im Einzelgehege, dann wird es mit den Jungtieren zusammengebracht. «Falls das funktioniert, versuchen wir, es im Familienclan zu integrieren», sagt Rosset. «Weil es dort eine feste Hierarchie gibt, wird das vermutlich die heikelste Phase.»

Alessandro Meocci/Raffaela Moresi

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