Flusspferd-Baby: Auswilderung soll Farasi vor Bolzenschuss retten
Aktualisiert

Flusspferd-BabyAuswilderung soll Farasi vor Bolzenschuss retten

Wenn der Zoo Basel keinen passenden Platz für das Flusspferd-Baby findet, muss Farasi sterben. Nun formiert sich eine Protestbewegung: Tierfreunde planen Demos, Tierschützer fordern die Auswilderung nach Südafrika.

von
Adrian Müller

Um seinen Hals schwabbeln herzige Fettröllchen, mit seinen Kulleraugen verdreht er den Zoobesuchern den Kopf. Farasi ist seit 18 Tagen auf der Welt und ist der Superstar im Basler Zolli. Doch «Happy Hippo» droht der Bolzenschuss: «Weltweit ist der Bedarf nach Flusspferd-Bullen extrem klein», sagt Peter Schlup, Wildtierexperte beim Schweizer Tierschutz STS, gegenüber 20 Minuten Online. Man könne zwar mehrere Weibchen in einem Gehege halten, aber niemals zwei Bullen. Auch nicht Vater und Sohn. «Bei zwei Männchen geht es wüst zu und her, sie könnten sich töten», warnt Schlup.

Demo vor dem Basler Zolli?

Dem will der Zolli zuvorkommen - und erregt damit die Gemüter weit über die Landesgrenze: Diverse deutsche Zeitungen widmeten dem Tier einen Artikel. Beim Basler Zolli gingen dutzende E-Mails von besorgten Bürgern ein. Auch auf Facebook formiert sich eine Protestbewegung: In verschiedenen Gruppen fordern bereits über 700 Menschen, Farasi nicht zu töten. Bereits ist in Foren von Demonstrationen vor dem Basler Zolli die Rede. «Es ist eine Schweinerei was sich die Zooleitung hier leistet», meint Userin Karin Frehner. Auch die bekannte Tierrechtsorganisation Peta Deutschland fährt schweres Geschütz auf: «Der Zoo verkommt von der Arche Noah zum Schlachthaus», empört sich Frank Albrecht, Zooexperte von Peta Deutschland. Er fordert, dass Farasi ausgewildert wird. Dies sei durchaus möglich: Die Brigitte-Bardot-Stiftung etwa befreite ein Flusspferd aus einem französischen Zirkus und zügelte es nach Südafrika in ein Reservat.

Tierbabies im Jahrestakt

Die Zoos müssten sich unbedingt überlegen, was sie mit den Jungtieren anstellen, denkt auch Wildtierexperte Schlup. Das Bewusstsein der Zoobetreiber habe sich jedoch gebessert: «Früher gab es im Bärengraben jede Ostern Bären-Babies». Denn Jungtiere sind eine wichtige Attraktion für jeden Zoo. Eisbär Knut avancierte zum Medienstar, Flusspferd Farasi ist auf dem besten Weg dazu. Die Mediensprecherin des Basler Zolli, Tanja Dietrich, hat aber noch keinen Besucheransturm festgestellt. Der Zoo versuche alles, für Farasi ein Plätzchen zu finden. Wamburi, der

letzte Flusspferd-Bulle, sei 2002 in einen Zoo nach Madras geschickt worden. Noch gibt es also Hoffnung für das Flusspferd-Baby.

Farasi plantscht mit Mama

Wer Happy-Hippo im Balser Zolli besichtigen will, kann dies bis auf weiteres tun. «Farasi plantscht meistens mit der Mutter», sagt Diethard. Am besten könne das Flusspferd-Baby während der Fütterung vor dem Mittag beobachtet werden.

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