Aktualisiert 31.01.2020 13:17

Flatrate fürs Auto

Auto-Abo ist oft günstiger als Leasing

Comparis hat den neuen Markt der Auto-Abos durchleuchtet und mit Leasings verglichen. Das Ergebnis: Ein Auto-Abo ist oft günstiger als ein Leasing

von
pd
Im Extremfall sparen Abonnenten im Vergleich zu einem Leasing über 4000 Franken.

Im Extremfall sparen Abonnenten im Vergleich zu einem Leasing über 4000 Franken.

Der Flatrate-Trend macht auch vor dem Schweizer Automarkt nicht Halt: Autoimporteure, Versicherer und Start-ups haben jüngst neue Abo-Angebote lanciert. Beim Auto-Abo gibt es das Fahrzeug inklusive Versicherung, Service, Reparaturen, Reifen, Steuern und sogar Vignette zum monatlichen Fixpreis.

Comparis hat die Abo-Angebote von zwölf in der Schweiz operierenden Anbietern untersucht. Dabei wurden anhand von drei Lenkerprofilen die jeweils günstigsten drei Angebote mit den Kosten für ein Leasing verglichen. Das Ergebnis: Bei acht von neun analysierten Angeboten kostet ein Abo weniger oder gleich viel wie ein Leasing inklusive Betriebskosten (Versicherung, Service, Reparaturen, Reifen, Motorfahrzeugsteuern, Vignette) über drei Jahre.

Im Vergleich zu Leasing am meisten sparen in der Comparis-Analyse Abonnenten bei Hertz Mini Lease. Die monatlichen Kosten für einen Toyota Yaris 1,5 l VVTiE Trend (699 Franken pro Monat) liegen 114 Franken unter jenen für Leasing plus Betrieb (813 Franken bei 45'000 Kilometern pro Jahr). Über drei Jahre gerechnet ergibt dies eine Differenz von 4'105 Franken. Das Angebot von Hertz ist mit einer maximalen Laufleistung von 4'000 Kilometern pro Monat eher für Vielfahrer interessant.

Abo-Kosten ab 405 Franken

«Das hohe Mass an Flexibilität macht das Abo für Kunden zusätzlich attraktiv», erklärt Andrea Auer, Mobilitäts-Expertin von Comparis. Beim Autoabo könne der Kunde das Fahrzeug nach einer Mindestlaufzeit von maximal sechs Monaten ohne Zusatzkosten zurückgeben, so die Expertin. Eine Ausnahme bildet das Angebot Green Class der SBB (Mindestlaufzeit: zwölf Monate).

Das günstigste Abo unter den von Comparis analysierten Angeboten gibt es bei Carvolution (Stand: 31. Januar). Kunden bezahlen für einen Fiat 500 monatlich 405 Franken, sofern sie das Auto für mindestens sechs Monate abonnieren. Im Januar bot Carify ein Abo für 349 Franken an. Dieses Angebot gibt es inzwischen nicht mehr.

Abo-Angebotsvergleich

Die Wahl des richtigen Abos erfordert Aufmerksamkeit: Die Mindestlaufzeiten variieren je nach Anbieter zwischen 1 und 12 Monaten (1 Monat: Book by Cadillac, Carify, Juicar, Hertz Minilease, Volvo Car Rent; 3 Monate: Auto Kunz, Clyde, Flat Drive; 6 Monate: Carvolution und UpTo; 12 Monate: SBB Green Class**). Keine Mindestlaufzeiten gibt es bei Sixt Unlimited. Bei Cadillac, Carify und SBB Green Class bemisst sich der Preis je nach Mindestlaufzeit – wer sich länger bindet, bezahlt weniger.

Auer warnt ausserdem vor Zusatzkosten: «Wer zum ersten Mal ein Auto abonniert, sollte sich nach möglichen Einstiegsgebühren erkundigen». Die Anbieter Auto Kunz und Carvolution verlangen für Erstabonnenten eine Einstiegsgebühr von 390 Franken. Bei Juicar beträgt die erstmalige Gebühr 299 Franken und der Anbieter Flat Drive verlangt eine Kaution von 500 Franken.

Aufmerksamkeit ist gemäss Auer auch in Sachen Fahrzeugzustand geboten: «Je nach Anbieter sind die Autos nicht in jedem Fall neu. Wer zwingend einen Neuwagen fahren möchte, sollte sich vor Vertragsunterzeichnung über den aktuellen Kilometerstand informieren».

In den Kinderschuhen

«Das Autoabo-Modell steckt in der Schweiz marktanteilsmässig noch in den Kinderschuhen. Es wird jedoch in den nächsten Jahren an Fahrt aufnehmen», prognostiziert Auer. Grosse Autobauer wie etwa Porsche oder Daimler dürften die bereits im Ausland lancierten Flatrate-Modelle künftig auch hierzulande einführen.

Dennoch sieht Auer das Abo-Modell nicht für alle Autofahrer als die beste Lösung: «Kunden, die sich das Fahrzeug gerne selbst konfigurieren, setzen besser auf ein Leasing.» Denn die Fahrzeuge der Abo-Anbieter stünden in der Regel bereits im Lager.

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