Lehrerin kommt ums Leben: Fahrer (29) hatte Plakate mit Äusserungen «über die Türkei» im Auto
Aktualisiert

Lehrerin kommt ums LebenFahrer (29) hatte Plakate mit Äusserungen «über die Türkei» im Auto

In Berlin-Charlottenburg ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast. Die Polizei berichtet, dass es mindestens eine tote Person gibt und mehrere Schwerverletzte.

von
Florian Osterwalder
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Die Sanität war mit einem Grossaufgebot vor Ort, nachdem ein Mann in Berlin mit einem Auto in eine Menschenmenge raste. 

Die Sanität war mit einem Grossaufgebot vor Ort, nachdem ein Mann in Berlin mit einem Auto in eine Menschenmenge raste. 

AFP
Der tödliche Zwischenfall ereignete sich in der Nähe vom Breitscheidplatz.

Der tödliche Zwischenfall ereignete sich in der Nähe vom Breitscheidplatz.

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Die Verletzten wurden mit Helikoptern abtransportiert. 

Die Verletzten wurden mit Helikoptern abtransportiert. 

AFP

Darum gehts

In Berlin ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei soll mindestens eine Person ums Leben gekommen sein und mehrere Menschen wurden verletzt, wie die Berliner Feuerwehr schreibt. Fünf Personen schweben nach dem Vorfall in Lebensgefahr. Das Auto war nahe der Strassenecke Kurfürstendamm, Rankestrasse, Tauentzienstrasse in eine Gruppe von Menschen gefahren und dann einige Meter weiter im Schaufenster eines Geschäfts auf der Tauentzienstrasse zum Halten gekommen. Laut der «Bild» soll es sich um eine Schülergruppe gehandelt haben, welche der Fahrer getroffen hat. Dabei ist eine Lehrerin ums Leben gekommen, ein weiterer Lehrer wurde laut der Nachrichtenagentur AFP schwer verletzt.

Der «Bild» liegen Informationen vor, dass im Auto des 29-Jährigen ein «Bekennerschreiben» gefunden wurde. Es soll sich um eine Amokfahrt handeln, jedoch nicht um einen Terrorakt. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) wies Meldungen über ein in dem Fahrzeug entdecktes Bekennerschreiben gemäss der AFP jedoch zurück. «Ein richtiges Bekennerschreiben gibt es nicht», betonte sie beim gemeinsamen Auftritt mit Giffey vor Journalisten. In dem Auto seien jedoch Plakate mit Äusserungen «über die Türkei» entdeckt worden. 

«Wir müssen in alle Richtungen ermitteln», betonte Spranger. Das könne Stunden oder Tage dauern. Giffey warnte vor Spekulationen. Die Polizei werde «seriös ermitteln» und alle Erkenntnisse veröffentlichen. Es sei noch nicht genau bekannt, welche Motivation hinter dem Vorfall stehe.

Fahrer ist 29-jähriger Deutsch-Armenier

Die Polizei hat den Fahrer festgenommen, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz vor Ort sagt. Details zum Fahrer nannte der Polizeisprecher zunächst nicht. Er werde vernommen und es werde geprüft, ob es sich um eine vorsätzliche Tat oder einen Verkehrsunfall handle, oder ob auch ein medizinischer Notfall in Betracht komme.

Mittlerweile konnte die Polizei die Identität des Fahrers feststellen. Demnach handelt es sich um einen 29-jährigen Deutsch-Armenier der in Berlin lebt. Er war der Berliner Polizei wegen Eigentumsdelikten bekannt, wie die «Bild» schreibt. Die «BZ» berichtet, dass der Fahrer des Renault Clio zunächst weggerannt sei, dann aber von Passanten festgehalten wurde.

Terrorakt am Breitscheidplatz 2016

Die Hauptstadt-Polizei war nach eigenen Angaben mit circa 130 Kräften vor Ort. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz und versorgten die Verletzten. Mehrere Krankenwagen waren zu sehen, auch ein Rettungshubschrauber landete am Ort, die Polizei verschaffte sich ebenfalls mit einem Hubschrauber einen Überblick.  

An der Gedächtniskirche, fast am gleichen Ort wo sich der Unfall vom Mittwoch ereignet hat, war im Dezember 2016 ein islamistischer Attentäter in einen Weihnachtsmarkt gefahren. Damals starben zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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