Einer flog ins Kirchendach: Auto-Flug wird untersucht
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Einer flog ins KirchendachAuto-Flug wird untersucht

Der spektakuläre Unfall, bei dem in Sachsen ein Auto in ein Kirchendach flog, soll gründlich untersucht werden. Ein wichtiger Punkt ist dabei die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit.

Wie die Polizei in Chemnitz am Dienstag mitteilte, begannen Gutachter damit, den genauen Hergang des Unfalls zu ermitteln. Ein wichtiger Aspekt sei dabei auch die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit, sagte Polizeisprecher Frank Fischer der AP. Auch das Auto selbst soll auf den Prüfstand kommen. Weiter unklar blieb, ob Alkohol oder Drogen im Spiel waren.

Fischer sagte, das Ergebnis der Blutprobe werde erst nächste Woche erwartet. Der 23-jährige Fahrer verlor bei dem Unfall im Erzgebirgsort Limbach-Oberfrohna in der Nacht zu Montag die Gewalt über sein Auto, raste eine Böschung hinauf, hob ab und schlug nach einem 35 Meter weiten Flug in sieben Metern Höhe im Dach der Stadtkirche ein. Dabei wirkte die Böschung offensichtlich wie ein Schanzentisch.

Laut Polizei liegt der Fahrer noch immer in der Klinik, er schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Wann er vernommen werden kann, ist noch unklar. Gegen den Mann wurden inzwischen routinemässig Ermittlungen wegen Gefährdung des Strassenverkehrs eingeleitet.

Fischer sagte, die Gutachter stützten sich bei der Untersuchung auf objektive Fakten wie Reifenspuren und Zeugenaussagen. Sie könnten auf diese Weise auch die Geschwindigkeit ziemlich genau ermitteln. «Alles andere ist Spekulation», fügte er hinzu. Die Untersuchung werde einige Wochen dauern. Mehrere Zeitungen hatten berichtet, der Unfallfahrer könnte mit Tempo 180 bis 200 durch den Ort gerast sein.

Laut Physiker war Auto nur mit Tempo 75 unterwegs

Physiker Gunter Beddies von der TU Chemnitz bezweifelt dies. Es sei recht wahrscheinlich, dass das Auto mit einem Winkel von etwa 45 Grad abhob, sagte er der Chemnitzer «Freien Presse». Bei einem solchen Winkel hätte das Auto nach seinen Berechnungen Tempo 75 haben müssen, um genau im Kirchendach zu landen. «Physikalisch gesehen handelte es sich um einen sogenannten schrägen Wurf», sagte er. Wäre die Kirche nicht im Weg gewesen, wäre das Auto demnach noch etwa zehn Meter weiter geflogen.

$$VIDEO$$ (dapd)

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