Aktualisiert 16.02.2004 20:17

DVD«Auto Focus» – Sex, Lügen und Videotapes

Drama – Schon seit fast dreissig Jahren ist Paul Schrader Hollywoods Mann fürs Grobe. Sei es als Drehbuchautor für Scorsese-Klassiker wie «Taxi Driver» oder als Regisseur von Flops wie «The Comfort of Strangers»: Stets gelingt es dem ehemaligen Filmkritiker, brisante Themen auf eine Weise aufzubereiten, die von der amerikanischen Filmindustrie gerade noch akzeptiert wird.

Schrader-typisch und dementsprechend Hollywood-untypisch ist auch der Stoff, der «Auto Focus» zugrunde liegt: das Doppelleben des real existierenden amerikanischen Fernsehschauspielers Bob Crane, der in den 70er-Jahren als Star der TV-Serie «Ein Käfig voller Helden» (läuft derzeit am Samstagabend auf Ka-

bel 1) gefeiert wird und an den Folgen seines Ruhms schliesslich zerbricht.

Willem Dafoe spielt den Videotechniker John Carpenter, der die Nähe zu Bob Crane bewusst sucht und dessen Popularität dazu missbraucht, Frauenbekanntschaften zu schliessen. Immer mehr geraten die beiden in einen Strudel von Sex, Lügen und Videotapes. Der anfänglich biedere Familienvater Crane wird zum Junkie, der seine sexuellen Ausschweifungen mit Hilfe der damals neuen Videotechnik dokumentiert.

Am Ende steht ein mysteriöser Mordfall: Bob Crane wird mit eingeschlagenem Schädel in seinem Apartment aufgefunden. Die Tatwaffe: ein Videostativ.

Realitätsnah und intensiv zeichnet «Auto Focus» das Bild einer Gesellschaft, die geprägt ist von Oberflächlichkeit und Doppelmoral. Greg Kinnear überzeugt in der Rolle des anständigen Kerls, der sich vor lauter unbegrenzten Möglichkeiten zusehends selbst aus dem Auge verliert.

Martin Söhnlein

Wettbewerb

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