Smartes Auto: Auto-Funktionen per Datenbrille steuern
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Smartes AutoAuto-Funktionen per Datenbrille steuern

Google Glass für Autofahrer: Hyundai führt mit einer neuen App die Möglichkeit ein, per Hightech-Brille Anwendungen für das Auto zu nutzen.

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ray / sda

An der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellte der südkoreanische Autohersteller Hyundai am Wochenende eine neue App für die Hightechbrille Google Glass vor. Diese soll es für Fahrer des neuen Hyundai Genesis möglich machen, einzelne Funktionen des Autos per Brille zu tätigen.

Mit der App Blue Link können beispielsweise die Türen verschlossen und entriegelt oder der Motor gestartet werden. Zudem lässt sich das Auto-Navigationssystem per Brille nutzen oder das Auto lokalisieren, falls man nicht mehr weiss, auf welchem Parkplatz man es abgestellt hat.

Illegal: Datenbrille am Steuer

Das Tragen der smarten Brille am Steuer ist zumindest in den USA nicht erlaubt. Dies musste die Software-Entwicklerin Cecilia Abadie im letzten November erfahren, als sie von der kalifornischen Polizei für das Fahren mit der Smart-Brille gebüsst wurde. Allerdings sagte die Frau, sie habe die Brille nicht benutzt, als sie angehalten worden sei. In mindestens zwei US-Staaten, Delaware und West Virginia, wurden inzwischen Gesetze eingebracht, die ein Fahren mit Google Glass verbieten.

Die Hyundai-App unterstützt denn auch bisher mit Ausnahme der Navigation keine für die Autofahrt relevanten Funktionen, sondern lediglich Anwendungen, die nur am stehenden Auto oder gar von ausserhalb des Wagens genutzt werden. Bereits heute gibt es eine Blue-Link-App, mit der sich ähnliche Aufgaben mit iOS- und Android-Smartphones erledigen lassen.

Entwicklungspotenzial

Das erste Modell, mit dem sich Google Glass nutzen lässt, ist der 2015er Hyundai Genesis. Danach sollen weitere Hyundais folgen. Da der präsentierte Funktionsumfang der Glassware noch recht bescheiden ist, ist anzunehmen, dass bis dann noch weitere Funktionen für Google Glass hinzukommen werden.

Angekündigt wurde auch die Fähigkeit, eine Push-Nachricht an die Brille zu senden, wenn das Auto in den Service muss. Allzu oft dürfte man also nicht durch störende Meldungen belästigt werden. Die neue Blue-Link-App soll dereinst auch mit anderen Weareables, also in tragbarer Elektronik, die etwa in Kleidungsstücken integriert ist, genutzt werden können.

Autohersteller kooperieren mit Google

Google kommt auch auf anderen Wegen ins Auto. Der Internetkonzern stellte am Montag eine Allianz mit mehreren grossen Autobauern vor. Die Partner wollen als Erstes daran arbeiten, neue Formen der Integration von Android-Geräten im Auto zu ermöglichen. Zudem solle Android aber auch für das Auto angepasst werden, um das Fahren sicherer und einfacher zu machen, hiess es in einem Eintrag im Google-Blog. Zu den Partnern zählen die Autobauer Audi, General Motors, Honda und Hyundai.

Das Google-System konkurriert in Teilen mit dem Apple-System «iOS in the Car» (iOSitC), das der iPhone-Hersteller im vergangenen Sommer auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt hatte. Bei der Apple-Allianz sind Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Ferrari, aber auch die neuen Google-Partner Audi, General Motors, Honda und Hyundai an Bord.

Google lädt weitere Hersteller ausdrücklich dazu ein, an der «gemeinsamen Plattform für Innovationen im Auto zu arbeiten».

«Tuning» mit Nvidia-Prozessor

Nvidias am Sonntag vorgestellter Prozessor Tegra K1 könnte zu einem Schlüsselelement in vernetzten und selbstfahrenden Autos werden. Er ist speziell für die Bildverarbeitung in Fahrzeugen gedacht und soll mit Kameras ausgerüstete Assistenz-Systeme steuern. Solche Anlagen bemerken zum Beispiel Fussgänger, überwachen den toten Winkel oder erkennen Strassenschilder.

Nvidia habe beim Tegra K1 die Rechenleistung im Vergleich zu früheren Prozessoren bei gleichem Stromverbrauch verzehnfacht. Der Chip könne auch die Bildschirme antreiben, die in den Auto-Cockpits die traditionellen Zeiger-Anzeigen zum Beispiel für Geschwindigkeit ersetzen sollen. Der neue Chip ist ausserdem per Funk programmierbar, damit Autohersteller ihn ohne Werkstattbesuch für neue Funktionen anpassen können.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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