Tötungsdelikt: Auto gefunden - rätseln über Motiv des Täters
Aktualisiert

TötungsdeliktAuto gefunden - rätseln über Motiv des Täters

Der 65-jährige Mann, der im aargauischen Birmenstorf tot aufgefunden wurde, ist definitiv Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Nun fragt sich: War der Täter ein Kunde des Handauflegers? Und wo steckt das Auto des Opfers?

von
Marius Egger und Kian Ramezani

Ein gepflegtes Gärtchen. Ein schmuckes Bauernhaus. Blumen blühen vor der Einfahrt. Eine Giesskanne steht bereit, um an Hitzetagen die Pflanzen zu giessen. An der Mellingerstrasse im aargauischen Birmenstorf scheint die Welt in Ordnung. Doch die Idylle trügt.

Unklarheit über Motiv

Gestern Abend fanden Anwohner im Haus die Leiche des Bewohners. Der 65-jährige Mann sass leblos in seinem Stuhl. Klar ist mittlerweile: Der Mann wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. «Daran besteht kein Zweifel mehr», sagte Polizeisprecher Bernhard Graser gegenüber 20 Minuten Online. Über den möglichen Tathergang und allfällige Mordwaffen hüllt sich die Polizei aber noch in Schweigen. Die Untersuchungen sind im Gange.

Woran der Alleinstehende genau gestorben ist, werde das Ergebnis der Obduktion im Institut für Rechtsmedizin (IMR) in Bern klären, sagte Polizeisprecher Graser. Nach wie vor unklar ist das Motiv. Der Mann war homosexuell. Bis anhin gebe es jedoch keine Hinweise auf ein Beziehungsdelikt. Es gebe allerdings Anzeichen dafür, dass die Wohnung durchsucht worden ist, so die Polizei.

Bisher kein Tatverdächtiger

Die Leiche entdeckt haben Nachbarn, die im gleichen Haus wohnen. Offenbar machten sie sich Sorgen, nachdem der Mann über längere Zeit seine Wohnung nicht mehr verlassen hatte. Graser: «Das Umfeld wurde befragt. Bisher haben wir noch keinen Tatverdacht.»

Recherchen von 20 Minuten Online ergaben, dass der 65-Jährige in Birmenstorf kein Unbekannter war. Wie mehrere Dorfbewohner bestätigten, war der Mann regelmässig als Handaufleger tätig. Unklar ist, ob die Täterschaft in diesem Umfeld zu suchen ist.

Schwarzer VW-Polo entdeckt

Im Zentrum der Polizeifahndung stand das Fahrzeug des Getöteten: ein schwarzer VW Polo. Der Wagen stand offenbar immer vor dem Haus. Nach dem Gewaltdelikt war das Auto weg. Nach einem Aufruf der Polizei entdeckte dann eine Passantin noch am Donnerstag im nahe gelegenen Dorf Fislisbach das Auto des Toten.

Die Polizei glaubt, dass der oder die Täterin mit dem Auto davongefahren sind, sagt Graser. Eine Spur hat die Polizei noch nicht. Aber viele offene Fragen.

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