Luzern: Garagisten über Massnahmen gegen Autoposer

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Stadt Luzern«Auto-Poser und Autoliebhaber muss man strikt trennen»

Der Bund sagt dem Lärm von lauten Motoren mit neuen Sanktionen den Kampf an – die Stadt Luzern zieht mit. Nun äussern sich Autoliebhaber und Tuning-Garagen aus Luzern dazu.

von
Fiona Gaudenzi
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Autoposern wird der Kampf angesagt: Vermehrte Verkehrskontrollen, Prüfungen und Führerausweisentzug sind  Sanktionen, welche nun in Luzern gegen unnötigen Verkehrslärm umgesetzt werden. 

Autoposern wird der Kampf angesagt: Vermehrte Verkehrskontrollen, Prüfungen und Führerausweisentzug sind  Sanktionen, welche nun in Luzern gegen unnötigen Verkehrslärm umgesetzt werden. 

20min/Michael Scherrer
In der Vergangenheit wurden bereits vermehrt frisierte Autos aus dem Verkehr gezogen. Verkehrslärm verursacht hohe Kosten. Ein grosser Teil dieser Kosten entfällt auf die Gesundheit. 

In der Vergangenheit wurden bereits vermehrt frisierte Autos aus dem Verkehr gezogen. Verkehrslärm verursacht hohe Kosten. Ein grosser Teil dieser Kosten entfällt auf die Gesundheit. 

Archivbild Luzerner Polizei 
Philipp Fähdrich ist Autoliebhaber, zählt sich jedoch nicht zu den Auto-Tunern, da er an seinem Auto nicht herumgeschraubt und es ab Werk gekauft hat. «Autoposer lassen den Motor wegen Aufmerksamkeitssuche aufheulen. Anders kann ich mir es nicht erklären.» 

Philipp Fähdrich ist Autoliebhaber, zählt sich jedoch nicht zu den Auto-Tunern, da er an seinem Auto nicht herumgeschraubt und es ab Werk gekauft hat. «Autoposer lassen den Motor wegen Aufmerksamkeitssuche aufheulen. Anders kann ich mir es nicht erklären.» 

Philipp Fähndrich auf Instagram @ysooslow 

Darum gehts 

  • Die Stadt Luzern schliesst sich dem Ziel «übermässigen Motorenlärm reduzieren» dem Bund an und unterstützt die laufende Revision des Gesetzes. Drei Sanktionen sollen in Kraft treten. 

  • Dabei wird die Auto- und Motorrad-Poserszene genauer ins Visier genommen. 

  • Autoliebhaber und Garagisten, die Tunings vornehmen, äussern sich dazu. 

Die Autoposer-Szene wird vom Bund und nun auch von der Stadt Luzern verstärkt kontrolliert. Die vom Bund noch laufende Gesetzesrevision und vier Sanktionen unterstützt die Stadt Luzern. Dadurch wollen sie gegen unnötigen Verkehrslärm, der vor allem von manipulierten Autos verursacht wird, vorgehen indem sie vermehrte Führerausweisentzüge, Prüfungen und Verkehrslärmkontrollen einführen.

«Die steigende Strassenverkehrssteuer ist Bestrafung genug» 

«Es ist inakzeptabel», sagt ein wütender Garagist. «Die Automobilisten werden immer abgezogen. Wir haben wirklich andere Probleme als dieses.» Der Luzerner nimmt an Auto-Tunings teil. 

«Mit dieser Anpassung macht die Stadt Luzern den Autoliebhabern und -liebhaberinnen, die sich korrekt verhalten, das Leben schwer. Mir erzählen Kunden und Kundinnen oft, dass ihr Auto beschlagnahmt wurde, nur weil es einen Zentimeter tiefer liegt, als eingetragen. Ich finde das völlig übertrieben», berichtet ein weiterer Tuning-Garagist. 

«Die Sanktionen sind berechtigt» 

«Ich finde die Sanktionen grundsätzlich gut, denn ich verstehe nicht, warum Leute tatsächlich Runden drehen, nur um Krach zu machen. Die brauchen wohl Aufmerksamkeit», so Philipp Fähndrich, der ebenfalls Autoliebhaber ist. «Ein Besitzer eines Lamborghini Urus’ zum Beispiel hat bestimmt kein Bedürfnis zu posen. Das Auto ist von sich aus schon laut.» 

«Polizei übt Machtspiele aus»

Dieser Meinung ist auch ein weiterer Autoliebhaber, der anonym bleiben will. «Ich finde es extrem wichtig, dass Autoliebhaber von Posern und Rasern strikt getrennt werden. Es funktioniert immer besser, jedoch habe ich es einige Male erlebt, wie die Polizei ein Machtspiel gegen Autoliebhaber, die sich immer korrekt verhalten, ausübt.» Eine weitere Person sagt: «Ein Autoliebhaber würde niemals unnötig im Kreis fahren, nur um Lärm zu machen. Die Sanktionen finde ich also total berechtigt».

Polizisten und Polizistinnen sollten laut einem weiteren Autoliebhaber ab sofort jedoch besser geschult werden, damit sie zwischen lauten Autos und Posern und Poserinnen unterscheiden können. «Ich finde es aber gut, dass man gegen Poser vorgeht.» 

Massnahmen zeigten bereits Wirkung 

In den letzten Jahren wurde in Luzern vermehrt über Autoposer und -poserinnen und Tuner berichtet. Es wurden knapp hundert Autos beschlagnahmt, die technisch abgeändert worden waren. Schon damals zeigten die Massnahmen wie Führerausweisentzug und hohe Bussen Wirkung.

Mit der Revision des Strassenverkehrsgesetzes sollen folgende Punkte umgesetzt werden: 

  • Das Erzeugen von vermeidbarem Lärm durch Motorfahrzeuge und lärmrelevante Manipulationen sollen einfacher und strenger bestraft werden können, unter anderem mit einem Führerausweisentzug.

  • Es soll eine ausserordentliche Prüfungspflicht bei lärmrelevanten Fahrzeugmanipulationen eingeführt werden.

  • Es wird die Möglichkeit geschaffen, dass der Bund zusätzliche Verkehrslärmkontrollen durch die kantonalen Vollzugsbehörden finanziert.

Was hältst du von den Sanktionen? 

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