Sturmtief BrigitteErdrutsche auch ohne Regen noch möglich

Besonders das Wallis und das Tessin, aber auch die Ost- und Zentralschweiz waren von Sturmtief Brigitte betroffen. Jetzt müsse nur noch lokal mit Regen gerechnet werden.

In Diesbach gehen die Aufräumarbeiten weiter

In Glarus ist am Wochenende viel Regen niedergegangen. Die Feuerwehr konnte gerade noch verhindern, dass Dörfer geflutet wurden.

Deine Meinung

Montag, 5.10.2020

Erdrutsche möglich

Viele Wolken und etwas Sonne prägen den Start in die neue Woche. Wie SRF Meteo twittert, habe es im Süden aufgehört zu regnen, auch die Pegelstände der Flüsse seien zurückgegangen. Dennoch seien Erdrutsche auch ohne weiteren Regen noch möglich.

Sonntag, 4.10.2020

Nach Wind und Regen folgt Hagel

Zum Wochenbeginn herrscht in vielen Schweizer Gebieten weiterhin schlechtes Wetter. Nach starkem Regen und Wind droht nun auch Hagel. In Brissago TI fielen bereits am Sonntagabend einige Hagelkörner, wie auf einem Leservideo zu sehen ist.

Nun hagelt es im Tessin

Am Sonntagnachmittag hagelte es in Teilen des Tessins. (Video: Leser-Reporter)

Für die Gebiete rund um Locarno - Verzasca, Alta Vallemaggia, Leventina - wurde der Wetteralarm bis Montagmorgen verlängert, schreibt «Tio online». Dort wird in der Nacht heftiger Niederschlag und sogar Schnee erwartet.

In Camedo TI im Centovalli wurden am Samstag in 24 Stunden 421 Millimeter Regen pro Quadratmeter gemessen. Mehr Regen gab es dort laut SRF Meteo nur noch beim Rekord vom 26. August 1935 mit 455 Millimetern. Von Freitagmorgen bis Sonntagmittag fielen im Tessin auch im Onsernonetal mehr als 420 Millimeter Regen.

Das Tief «Brigitte» hat Rekordregen und Orkanböen verursacht. In den Kantonen Tessin, Wallis, Uri, Glarus und Graubünden kam es zu Hangrutschen und lokalen Überschwemmungen, wie SRF Meteo am Sonntag mitteilte.

In der Nacht zum Montag regnet es laut SRF Meteo im Süden wieder ergiebig, stellenweise bis zu 60 Millimeter. Damit bleibe die Gefahr von Erdrutschen bestehen.

A2 wieder offen

Die Autobahn A2 ist seit Sonntag 01.16 Uhr in beiden Fahrtrichtungen wieder offen. Die Polizei hatte am Samstag kurz nach Mitternacht die A2 zwischen Beckenried NW und Erstfeld UR nach heftigen Regenfällen komplett gesperrt, da die Reuss über die Ufer zu gehen drohte.

Zwischen Seedorf und Attinghausen leitete die Polizei Reusswasser ab, wodurch die A2 zwischen den beiden Urner Orten Seefdorf und Attinghausen unter Wasser stand. Im unteren Urner Reusstal sind zwei Abschnitte der Autobahn als Rückhaltebecken für Hochwasser ausgelegt. Ab einer bestimmten Abflussmenge der Reuss wird das Wasser auf die A2 geleitet, um das Siedlungsgebiet zu schützen.

Samstag, 3.10.2020

A2 wird schrittweise wieder geöffnet

Die Hochwassersituation im Kanton Uri hat sich am Samstagabend etwas entspannt. Nach intensiven Räum-, und Reparaturarbeiten auf den überschwemmten Autobahnabschnitten wurde die A2 ab 21 Uhr schrittweise wieder in Betrieb genommen.

Als erstes konnte um 20.30 Uhr der Abschnitt zwischen Erstfeld und Beckenried in Fahrtrichtung Nord wieder befahren werden. Die Fahrbahn Richtung Süd dieses Abschnitts wird um 1.00 Uhr geöffnet, somit ist die A2 im Kanton Uri ab diesem Zeitpunkt durchgehend in Betrieb.

Die Gotthardpassstrasse bleibt bis morgen Sonntag um 8 Uhr gesperrt. Über Nacht werden die aus Sicherheitsgründen notwendigen Ausholzarbeiten durchgeführt und die Baustellensignalisation wieder instand gestellt.

Unfall bei Mollis GL

Auch im Kanton Glarus kam es wegen der Regenfälle zu einem Autounfall, wie die Kantonspolizei mitteilt. Bei Mollis verlor ein 33-Jähriger bei einem Überholmanöver auf der A3 die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er schleuderte in die Leitplanke und touchierte dabei das überholte Fahrzeug noch leicht. Es entstand Sachschaden an beiden Fahrzeugen und der Leitplanke, verletzt wurde niemand.

Aquaplaning führt im Aargau zu Unfällen

Wegen des starken Regens kam es im Kanton Aargau zu drei Unfällen. Dies meldet die Kantonspolizei. Verletzt wurde dabei niemand, es entstand allerdings grosser Sachschaden. Die Unfälle ereigneten sich zwischen 8.15 und 9.00 Uhr und sind auf Aquaplaning zurückzuführen.

Bei Wettingen verlor ein 34-jähriger Autolenker die Herrschaft über seinen Sportwagen und stiess mit einem anderen zusammen. Bei Killwangen prallte ebenfalls ein Sportwagen gegen eine Leitplanke. Auf der A2 in Richtung A1 brach einem weiteren Automobilisten, der zu schnell in die Kurve fuhr, bei Oftringen das Heck aus. Das Auto wurde über den Grünstreifen geschleudert und prallte auf einen Lieferwagen. Der Fahrer musste den Führerschein abgeben.

Lage im Kanton Uri entspannt sich leicht

Wie die Kantonspolizei Uri mitteilt, hat sich die Hochwasser-Situation in Kanton etwas beruhigt. Die Reuss führe aber immer noch sehr viel Wasser. Auf der gesperrten Autobahn A2 sind derzeit Aufräum-, Reparatur-, und Reinigungsarbeiten im Gange. Die Strasse bleibt zwischen Beckenried NW und Erstfeld UR in beide Richtungen gesperrt.

Die Verkehrslage im Kanton bleibt angespannt, es kommt zu Stau und stockendem Verkehr. Die Urner Bevölkerung wird gebeten, zuhause zu bleiben.

Rheintal

Im St. Galler Rheintal sind Vorkehrungen für ein allfälliges Hochwasser getroffen worden. Fuss- und Radwege entlang des Rheins wurden vorsorglich gesperrt. Die Menschen sind aufgefordert, sich vom Rhein fernzuhalten.

Am Schweizer Ufer ist der Abschnitt zwischen Diepoldsau/Widnau und St. Margrethen von den Sperrungen betroffen. Gesperrt wurden auch die Wege am österreichischen Ufer, wie die Internationale Rheinregulierung am Samstag mitteilte.

Die Pächter der Landflächen am Rhein waren vorab aufgefordert worden, Tiere und auch Gerätschaften aus dem Vorland wegzubringen. Auch Baustellen seien geräumt worden.

Erwartet wurde, dass die Pegel der Flüsse im Einzugsgebiet des Rheins im Lauf des Tages noch steigen. Die Abfluss-Spitze im Raum Diepoldsau und Lustenau auf der österreichischen Seite wurde für Samstagabend erwartet. Prognosen liessen einen Höchst-Abfluss von 1500 bis 1800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erwarten.

Die Rheinregulierung forderte die Bevölkerung in ihrer Mitteilung auf, sich nicht in der Nähe des Rheins aufzuhalten. Aus Gründen der eigenen Sicherheit sollten Rheindämme, das Vorland und insbesondere die Innenwuhre gemieden werden.

Kanton Wallis

Wie der Kanton Wallis in einem Schreiben mitteilt, werde die Rhone laufend überwacht. Im Oberwallis sowie in einigen Seitentälern kam es zu Steinschlägen und Überschwemmungen. Weiter wird davor gewarnt, Spaziergänge im Wald zu meiden und sich von Gewässern fernzuhalten. Zudem soll man das Filmen oder Fotografieren von gefährlichen Situationen vermeiden und die Anweisungen der Behörden befolgen.

Die Reuss tritt über die Ufer

In Seedorf im Kanton Uri ist die Reuss über die Ufer getreten. Ein Leser war vor Ort und Filmte die Wassermassen, wie sie sich ihren Weg bahnten.

Die Lage im Kanton hat sich nach einer zwischenzeitlichen Verbesserung wieder verschärft, wie die Kapo Uri schreibt. Die Reuss tritt zwischen Attinghausen und Flüelen an diversen Orten über die Ufer.

Dank der sehr guten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen zuständigen Stellen des Kantons, des Bundes und der Feuerwehren des Kantons Uri konnte das Hochwasserkonzept zügig umgesetzt werden. Bis anhin gelang es, Schäden an Gebäuden weitgehend zu verhindern.

Starkes Unwetter in der Schweiz

Sturmtief Brigitte zieht über die Schweiz und bringt starke Regenfälle und Orkanböen. In der Innerschweiz treten mehrere Bäche über die Ufer und im Tessin regnet es wie aus Kübeln.

Die Autobahn A2 ist zwischen Beckenried und Erstfeld weiterhin in beide Fahrrichtungen gesperrt. Im Moment kann nicht gesagt werden, wann die Sperrung aufgehoben werden kann. Die Sperrung der Kantonsstrasse zwischen Gurtnellen und Wassen konnte hingegen aufgehoben werden.

Aufgrund der Hochwasserlage im Kanton Uri und der damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen wird dringen empfohlen den Kanton Uri zu umfahren. Zudem wird dem Langsamverkehr (zu Fuss gehende, Fahrradfahrende etc.) davon abgeraten, sich in der Nähe von Gewässern aufzuhalten.

Strassen im Wallis gesperrt

Im Kanton Wallis sind nach den starken Regenfällen seit Freitag mehrere Nebenstrassen gesperrt. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Samstag ist die Lage aber unter Kontrolle.

Erdrutsche habe es vor allem im Oberwallis gegeben, sagte der Sprecher am Samstagvormittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vorsorglich seien auch der Simplonpass und der Nufenenpass gesperrt worden. Feuerwehren seien wegen unpassierbarer Strassen im Einsatz. (SDA)

Chauffeure geweckt

Die Sperrung der Autobahn auf der Nord-Süd-Achse wirke sich auf die Kantonsstrassen aus. Betroffen seien die Hauptstrassen zwischen Flüelen und Erstfeld, auf die der gesamte Verkehr ausgewichen sei. Es komme zu Verkehrsbehinderungen. Die Sperrung dauert mindestens bis am Nachmittag.

Last- und Personenwagen, die auf diversen Parkplätzen abgestellt waren, wurden evakuiert. Im Schwerverkehrszentrum in Erstfeld habe man die 120 anwesenden Lastwagenchauffeure geweckt und in Absprache mit der Kantonspolizei Tessin zur Weiterfahrt aufgefordert.

Schlammlawine zwischen Ilanz und Vrin GR

Die Strasse zwischen Ilanz und Vrin GR ist momentan nicht befahrbar. Grund dafür ist eine Schlammlawine. «Die Meldung erreichte uns um 6 Uhr morgens», sagt ein Sprecher der Kantonspolizei. «Stand jetzt können wir Personenschäden ausschliessen.» Ob es Sachschäden gab, ist derzeit noch unklar. Ebenso, wie lange die Räumungsarbeiten dauern werden.

Als Vorsichtsmassnahme sind ausserdem die folgenden Pässe geschlossen: Oberalp, Lukmanier, San Bernardino.

Bondo GR nur eingeschränkt erreichbar

Das Dörfchen Bondo im Kanton Graubünden war am Samstagmorgen kurzzeitig von der Aussenwelt abgeschnitten. Aufgrund der starken Regenfälle schwoll der Pegel der Bondasca an, worauf eine Warnung ausgelöst und die Zufahrtsstrasse und der Strassentunnel aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden, wie die Kantonspolizei Graubünden bestätigt. Es handle sich aber um eine reine Vorsichtsmassnahme. Aktuell ist die Zufahrt zu Bondo einspurig wieder offen. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.

Engelberg

Wie ein Leser-Reporter am Samstagmorgen berichtet, kam es in Engelberg im Kanton Obwalden zu einem Erdrutsch. «Ich wurde vom Dröhnen um 7.15 Uhr wach und wollte nachsehen, was da los war. Dann sah ich nur noch eine schwarze Wand herunterkommen», sagt der Leser auf Anfrage. Die Erdmassen sind am Haus des Lesers vorbeigegangen. «Ein Kollege von mir, der seit 70 Jahren hier im Melchtal lebt, sagte zu mir, er habe so etwas auch noch nie erlebt.»

Tessin

Auch im Tessin schüttet es derzeit wie aus Kübeln, wie das Video oben zeigt. Laut SRF Meteo hat es in den vergangen 24 Stunden zum Teil mehr geregnet als sonst im ganzen Monat Oktober. So sind in Mosogno 305 Millimeter Regen gefallen.

Auch sonst gab es im Tessin und in angrenzenden Gebieten teilweise deutlich über 100 Millimeter Niederschlag. Es müsse im Süden mit Hochwasser, Erdrutschen und Murgängen gerechnet werden.

Im Tessin regnet es wie aus Kübeln

In den letzten 24 Stunden hat es im Tessin mehr geregnet als sonst im ganzen Monat Oktober.

Evakuirung

Die Autobahnraststätte an der Gotthardroute und das Schwerverkehrszentrum in Erstfeld hätten evakuiert werden müssen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es regne weiterhin sehr stark.

Sperrung bis Samstagnachmittag

Die Polizei sperrte die Autobahn A2 zwischen Beckenried und Erstfeld in beiden Fahrtrichtungen, da die Fahrbahn zwischen Seedorf und Attinghausen im Kanton Uri unter Wasser steht. Zwischen Gurtnellen und Wassen ist die Kantonsstrasse im Bereich Pfaffensprung gesperrt.

Die Sperrung der A2 dürfte in beiden Fahrrichtungen bis mindestens am Samstagnachmittag dauern. Der Transitverkehr, insbesondere der Schwerverkehr, wird in beiden Richtungen über die A13 San-Bernadino-Route umgeleitet, teilte die Kantonspolizei Uri am frühen Samstagmorgen in einem Communiqué mit.

Nidwalden

Der starke Regen in der Innerschweiz lässt Bäche über die Ufer treten. So musste die Autobahn A2 zwischen Beckenried NW und Erstfeld UR am frühen Samstagmorgen wegen Hochwasser gesperrt werden, wie die Kantonspolizeien in Uri und in Nidwalden auf Anfrage mitteilten.

Die Reuss in Erstfeld

In Erstfeld überläuft die Reuss nach heftigem Regen fast. (Video: Leser-Reporter)

In Seedorf sei um Mitternacht der Hochwasseralarm der Reuss ausgelöst worden. Seither seien mehrere Feuerwehren des Kantons Uri damit beschäftigt, Bauten vor dem Hochwasser zu schützen, Sturm- und Wasserschäden zu beheben und Sperren in Betrieb zu nehmen.

Brigitte

Das Sturmtief Brigitte bringt Orkanböen und grosse Regenmengen. Es muss gebietsweise mit stürmischem Wind und intensiven Niederschlägen gerechnet werden, vor allem im Süden des Landes und im Alpenraum.

Am Freitag nahm der Südwind zunächst auf den Alpen- und Voralpengipfeln zu und erreichte Sturmstärke, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) im Wetterblog auf seiner Webseite schrieb. So sei um die Mittagszeit auf dem Gütsch bei Andermatt UR eine Böe von 167 km/h registriert worden. Auf dem Titlis wurden 144 km/h und auf dem Jungfraujoch 130 km/h gemessen. In Elm GL blies der Föhn mit 130 km/h.