Autobahn: Jetzt geht es Rowdys an den Kragen

Aktualisiert

Autobahn: Jetzt geht es Rowdys an den Kragen

Drängeln ist auf der Autobahn die Unfallursache Nummer eins. Jetzt will die Polizei mit einer gezielten Aktion Drängler und Raser erziehen. Die Verkehrssünder werden mit drei Autos überwacht.

Tatort Autobahn A1 gestern Morgen zwischen Bern und Kriegstetten: Ein Volvo-Fahrer hats eilig und nähert sich seinem Vordermann bis auf rund sechs Meter. Was der Drängler nicht merkt: Er sitzt einem zivilen Polizeiauto auf und wird gefilmt. Der Wagen ist mit einer Video-Distanz-Auswertung ausgerüstet. Die beiden Polizisten zeichnen alles auf und haben damit einen hieb- und stichfesten Beweis gegen den Volvo-Fahrer.

Der aufsässige Drängler wird gestoppt und muss sich den Beweis für seine grobe Verkehrsregel-Verletzung vor Ort am Video anschauen. «Die häufigste Ausrede ist: ‹Ich bin unter Termindruck›», sagt Frank Rüfenacht von der Kantonspolizei Bern. Ausgewertet wird das Videomaterial dann im Büro. Das Strassenverkehrsamt verfügt in diesem Fall wohl einen Ausweisentzug.

Ein klares Bild vermitteln die Zahlen. Drängeln ist die häufigste Unfallursache im Kanton Bern: 2003 gingen 21,9% der 969 Unfälle auf der Autobahn aufs Konto von Dränglern, gefolgt von Rasern (21,5%). Als Folge kamen im letzten Jahr zwei Personen ums Leben, 359 wurden verletzt.

Denise Schneitter

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