17.08.2019 11:55

Mikromobilität

Autobauer setzen jetzt auch auf E-Scooter

Das Geschäft mit der so genannten Mikromobilität in Städten boomt. Jetzt investieren auch Autobauer in E-Scooter.

von
D. Vollenweider

Man nennt es die letzte Meile. Gemeint ist das letzte Stück Weg, das ein Pendler zurücklegt, wenn er vom Bahnhof nach Hause oder ins Büro geht. Die letzte Meile ist derzeit hart umkämpft: E-Trottinett-Anbieter buhlen in Schweizer Städten um Kunden und auch die SBB hat das Potenzial der Tretflitzer erkannt. Das Bahnunternehmen ist diesen Sommer eine Partnerschaft mit dem Berliner Start-up Circ eingegangen.

Doch auch Autobauer wollen ins boomenden Geschäft mit Zweirädern mit Elektroantrieb einsteigen, wie das Newsportal «Business Insider» schreibt. Audi beispielsweise verkündete erst letzte Woche die Entwicklung seines E-Tron-Scooters. Dabei handelt es sich um ein Mix aus Tretroller und Skateboard, der einhändig bedient werden soll. Steuern lässt sich das Gefährt durch Gewichtsverlagerung. Der E-Tron lässt sich zusammenklappen und im Auto verstauen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren (siehe Video). Der 2000 Euro (2172 Franken) teure Roller soll laut Audi 2020 auf den Markt kommen.

Autobauer entwerfen neue Konzepte

Auch Volkswagen hat am Autosalon in Genf vor einem Jahr ein eigenes E-Trottinett vorgestellt. Laut dem Nachrichtenportal «Welt» will VW zusammen mit dem chinesischen Start-up Niu einen E-Scooter auf den Markt bringen.

Und BMW wird im Herbst 2019 einen neuen E-Scooter auf den Markt bringen. Den E-Flitzer bauen die Münchner zusammen mit Micro Mobility Systems aus der Schweiz. Der faltbare E-Scooter soll ab September erhältlich sein und rund 800 Euro kosten (868 Franken).

Marktpotenzial von 500 Milliarden Dollar

Dass Autobauer jetzt auch ins Geschäft mit der E-Mobilität einsteigen wollen, kommt nicht von ungefähr. Das Geschäft mit der so genannten Mikromobilität in Städten boomt. Der Unternehmensberater McKinsey prognostiziert für das Jahr 2030 auf dem Mikromobilitäts-Markt beispielsweise einen weltweiten Umsatz von bis zu 500 Milliarden US-Dollar. In Europa beträgt das Marktpotenzial immerhin 150 Milliarden Dollar .

«Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Städten mit mehr als einer Million Einwohner», sagt Florian Weig, Seniorpartner des Münchner Büros von McKinsey

und Mitautor der Studie. Doch die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der man sich in diesen Städten fortbewegt, ist nicht höher als 15 Kilometer pro Stunde. «Mikromobilität kann hier eine Lösung sein – allerdings nicht immer und überall», erklärt Weig. E-Tretroller und Co. sind laut der Studie in Städten oft das schnellste Verkehrsmittel.

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