Gewalt in Syrien: Autobombe tötet 53 Menschen in Damaskus
Aktualisiert

Gewalt in SyrienAutobombe tötet 53 Menschen in Damaskus

Laut der syrischen Opposition hat eine Autobombe in Damaskus Dutzende Menschenleben gekostet. Unter den Opfern sollen auch Kinder sein.

Vor Ort ein Bild der Zerstörung.

Vor Ort ein Bild der Zerstörung.

Blutiger Tag in Syrien: Bei der Explosion einer Autobombe in Damaskus sterben mindestens 53 Menschen. Das meldet die Agentur AFP und beruft sich auf das Staatsfernsehen. Weitere Explosionen erschütterten die syrische Hauptstadt am Donnerstag. Das Hauptquartier der Armee wurde mit Mörsergranaten angegriffen.

Die Rebellen versuchen seit Monaten, dem Kampf gegen das Regime nach Damaskus zu tragen. Nun scheinen sie mit Guerilla-Taktiken das Machtzentrum von Präsident Baschar al-Assad destabilisieren zu wollen.

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In der nähe der russischen Botschaft

Die schwerste Explosion ereignete sich nahe des Hauptquartiers der regierenden Baath-Partei und der russischen Botschaft im Stadtviertel Masraa. Ein Auto sei bei einem Kontrollpunkt zwischen der Botschaft und der Parteizentrale explodiert, berichteten Augenzeugen. Das syrische Staatsfernsehen meldete 53 Tote und mehr als 200 Verletzte.

Kinder in Homs

Bei den meisten der Opfer handelt es sich dem syrischen Beobachterzentrum für Menschenrechte zufolge um Zivilisten. Auch einige Mitglieder der Sicherheitskräfte wurden getötet, berichteten die Aktivisten weiter. Regierungstruppen flogen derweil Luftangriffe gegen ein Feldlazarett der Rebellen in Daraa. Aktivsten zufolge starben dort 18 Menschen.

Fernsehbilder nach dem Einschlag der Granaten zeigten leblose und zerfetzte Körper, die in einem öffentlichen Park liegen. Feuerwehrleute versuchten, brennende Autos zu löschen. Das syrische Staatsfernsehen bezeichnete die Explosion als «Terrorangriff». Die amtliche Nachrichtenagentur veröffentlichte Bilder von Leichen.

Angriff auf Armee-Hauptquartier

Die Explosion zerstörte Glasscheiben in der Umgebung. Augenzeugen berichteten von einer gewaltigen Rauchwolke, die in weiten Teilen der Stadt sichtbar war. «Es war riesig. In meinem Laden fiel alles durcheinander», sagte ein Anwohner. Ein Mädchen, das an seinem Laden vorbeiging, sei durch herumfliegende Glasscherben getötet worden, fügte er hinzu. Wie die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti meldete, wurde die russische Botschaft durch die Explosion beschädigt. Medienberichten zufolge wurde ein zweiter Selbstmordattentäter mit einem Auto voller Sprengstoff in der Nähe des Anschlagsorts festgenommen.

Das syrische Fernsehen berichtete weiter von einem Angriff mit Mörsergranaten auf das Armee-Hauptquartier. Dabei habe es keine Opfer gegeben, da das Gebäude zur Zeit renoviert werde. Eine zweite Explosion soll sich im Nordwesten von Damaskus ereignet haben. Das oppositionelle Beobachterzentrum berichtete, dass im Stadtteil Barseh zwei Autobomben explodiert seien, gefolgt von Gefechten zwischen Rebellen und Sicherheitskräften. Weitere Details waren nicht bekannt.

Damaskus blieb bislang von schweren Gefechten im syrischen Bürgerkrieg weitgehend verschont, doch mehrere Regierungsgebäude wurden in der Vergangenheit zum Ziel von Bombenanschlägen. Am Mittwoch starb bein einem Mörserangriff auf ein Fussballstadion ein Spieler. Am Dienstag gingen Granaten in der Nähe von einem der drei Präsidentenpaläste Baschar Al-Assads in Damaskus nieder. (sda)

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