Libanon: Autobomben fordern mehrere Dutzend Leben
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LibanonAutobomben fordern mehrere Dutzend Leben

In der libanesischen Stadt Tripoli sind 47 Menschen getötet und hunderte verletzt worden, als in der Nähe von zwei Moscheen zwei Bomben explodierten.

Bei der Explosion von zwei Autobomben in der nordlibanesischen Stadt Tripoli sind am Freitag nach Angaben von Gesundheitsminister Ali Hassan Chalil 47 Menschen getötet und 352 weitere verletzt worden. Die Opferzahl könnte weiter steigen, denn rund 300 Menschen befinden sich den Angaben zufolge noch in Krankenhäusern, 65 von ihnen sind in einem kritischen Zustand. Die beiden Sprengsätze wurden im Abstand von wenigen Minuten gezündet.

Ein Sprengsatz wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte in der Nähe der Wohnung des scheidenden Regierungschefs Nadschib Mikati gezündet, der jedoch nach Angaben seiner Mitarbeiter nicht anwesend war. Die zweite Explosion erfolgte in der Nähe der Wohnung des ehemaligen Polizeichefs Aschra Rifi. Möglicherweise richteten sich die Anschläge auch gegen zwei Moscheen, die ebenfalls in der Nähe liegen, oder die Teilnehmer der Freitagsgebete.

In Tripoli gibt es immer wieder blutige Konflikte zwischen Sunniten, die mehrheitlich die Aufständischen im benachbarten Syrien unterstützen, und Alawiten, die auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar al-Assad stehen.

«Absoluter Krieg gegen den Terrorismus»

Armee-Chef Jean Kahwadschi hatte noch am Mittwoch vor derartigen Anschlägen gewarnt und einen «absoluten Krieg gegen den Terrorismus» angekündigt. Als Kahwadschi vor Anschlägen warnte, nannte er keine genaue Zielrichtung der Attentäter. Das «Gravierende» an den vorliegenden Erkenntnissen sei gerade, dass die Attentäter offenbar keine bestimmte Gruppe oder Region treffen, sondern Unruhe zwischen den Bevölkerungsgruppen stiften wollten, sagt Kahwadschi.

Vor einer Woche waren bei einem Autobombenanschlag in einem schiitischen Vorort der Hauptstadt Beirut 27 Menschen getötet worden. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. (sda)

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