Aktualisiert 08.02.2010 22:37

RoadpricingAutofahren in Bern bald kostenpflichtig?

Das Thema Roadpricing ist wieder auf dem Tisch: Eine Gebührenerhebung für die Benützung städtischer Strassen könnte bald Realität werden.

von
Bigna Silberschmidt

Wer die Fahrt in die Berner City mit dem Auto statt mit dem Bus oder dem Velo unternimmt, muss künftig vielleicht bald schon das Portemonnaie zücken. Stadt und Kanton haben den Kurs in Richtung Road­pricing nämlich wieder eingeschlagen. Die Behörden wollen damit den Verkehr reduzieren und zusätzliche Einnahmen für Strassen- und ÖV-Projekte generieren.

Bei den Befürwortern mit dabei ist SP-Nationalrätin Evi Allemann: «Der Verkehr wird in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Deshalb sind jetzt Lösungen gefragt.» Diese sieht sie in der Verlegung des Durchgangsverkehrs von den Quartieren auf die Hauptachsen. Nach dem Verursacherprinzip sollen dabei Vielfahrer mehr bezahlen als Wenigfahrer. «Längerfristig könnten die Gebühren dazu führen, dass Autofahrer auf den ÖV umsteigen – das hat in London bestens funktioniert», so Allemann.

Nicht alle halten eine Zahlungspflicht für nötig: «Hier in Bern müssen wir keinen Verkehrskollaps befürchten», sagt SVP-Stadtrat Simon Glauser. «Zudem ist es blauäugig, zu denken, dass die Mehrheit der Leute autofrei wohnen will.»

Um das Roadpricing einführen zu können, fehlen bisher noch die rechtlichen Grundlagen auf Bundesebene. Vorerst werden nun konkrete Modelle und deren Wirkungen ausgewertet.

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