Audi-Fluchtfahrer : «Sein Verhalten wurde immer seltsamer und aggressiver»
Aktualisiert

Audi-Fluchtfahrer «Sein Verhalten wurde immer seltsamer und aggressiver»

Im Stadtzürcher Kreis 3 hat die Polizei am Montagmorgen nach einem flüchtigen Mann gesucht. Er entzog sich einer Kontrolle. Mittlerweile hat er sich der Polizei gestellt und befindet sich bereits wieder auf freiem Fuss.

von
Thomas Mathis
Monira Djurdjevic
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Dieser Mann ist am Montag vor der Polizei in Zürich geflüchtet.

Dieser Mann ist am Montag vor der Polizei in Zürich geflüchtet.

Bei der Werdstrasse ist er in Handschellen gekettet vor der Polizei davongerannt, wie ein Leser-Reporter berichtet.

Bei der Werdstrasse ist er in Handschellen gekettet vor der Polizei davongerannt, wie ein Leser-Reporter berichtet.

Leser-Reporter
Der Mann stellte sich nach seiner Flucht bei der Polizei.

Der Mann stellte sich nach seiner Flucht bei der Polizei.

Keystone

Darum gehts

  • Ein Leser-Reporter berichtet von einer filmreifen Szene im Stadtzürcher Kreis 3.
  • Ein Polizist hat einen Audi gestoppt und den Fahrer in Handschellen gelegt.
  • Der Mann flüchtete und stellte sich später der Polizei.

Eine filmreife Szene hat sich am Montagmorgen im Kreis 3 bei der Werdstrasse abgespielt. «Ein Polizist auf einem Töff verfolgte einen Audi», berichtet ein 35-jähriger Leser-Reporter. Bei einer Kolonne habe der Beamte das Auto überholen und stoppen können. «Mit gezogener Waffe hat er den Fahrer aus dem Auto geholt und dann in Handschellen gelegt.» Doch dann sei der Mann zu Fuss geflüchtet. «Er ist einfach davongerannt. Nun sucht die Polizei im Quartier nach ihm.»

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt, dass sich ein Mann einer Verkehrskontrolle entzogen hat und mit Handschellen geflüchtet ist. Die Polizei fahndete nach ihm. «Wer jemanden in Zürich in Handschellen sieht, soll den Notruf 117 wählen», sagt ein Sprecher. Kurz nach Veröffentlichung des Berichts meldet die Stadtpolizei, dass sich der Mann der Polizei gestellt hat. Seine Mutter soll ihm geraten haben, sich der Polizei zustellen, wie es laut «Blick» heisst.

Es sei nicht das erste Mal, dass der junge Mann in Kontakt mit dem Gesetz kommt. Letztes Jahr sei er in Bremgarten AG auf einen Polizisten losgegangen. Diesem soll er mit der Faust auf den Hinterkopf geschlagen haben. Der Beamte blieb verletzt am Boden liegen, der Aargauer machte sich aus dem Staub. Kurze Zeit später wurde er von der Polizei festgenommen.

Streitigkeiten und Hund vernachlässigt

Wie 20 Minuten weiss, handelt es sich beim Audi-Fahrer um D.N.* Der 24-Jährige wohnte zusammen mit seiner Freundin und den beiden Hunden in einer Wohnung in Oberlunkhofen AG. Mitte August wurden sie dann rausgeschmissen, wie Anwohner berichten. An diesem Tag sei die Polizei erneut vor Ort gewesen.

«Sie haben immer Stress gemacht und hatten oft Streit», erzählt ein Nachbar. Zudem sei die Wohnung verwahrlost gewesen und das Paar hätte die Hunde vernachlässigt. «Das Veterinäramt hat auch schon bei ihnen vorbeigeschaut.»

In der Nachbarschaft sei man deshalb froh, dass sie weg sind. Dabei sei D. bei seinem Einzug recht umgänglich gewesen: «Er wirkte normal. Doch sein Verhalten wurde immer seltsamer und aggressiver.» Schliesslich kam es zum Bruch: «Es sind ein paar Sachen vorgefaIlen, die nicht toll waren. Seitdem ging ich ihm aus dem Weg.»

Der Mietvertrag lief auf den Namen der Mutter von D., sagt der Nachbar: «Sie hat die Wohnung nach dem Rauswurf ihres Sohnes komplett geräumt.»

«Er ist eigentlich ein lieber Junge»

Sie sei enttäuscht vom Verhalten ihres Sohnes, sagt sie zum «Blick». «Er ist eigentlich ein lieber Junge.» Doch lerne er seine Lektion einfach nicht. Er habe nun eine Woche lang im Auto geschlafen. «Ich habe das zugelassen, ja. Damit er merkt, wie es ist, wenn ich ihm nicht alles bezahle», so die Frau.

Laut der Stadtpolizei Zürich befindet er sich bereits wieder auf freiem Fuss. Auf Anfrage von 20 Minuten wollte die Mutter keine Auskunft geben.

*Name der Redaktion bekannt

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