Aktualisiert 08.06.2015 12:38

Unwetter in Schlieren ZHAutofahrer konnten sich in letzter Minute retten

Beim Unwetter am Sonntagabend wurde eine Unterführung in Schlieren ZH komplett mit Wasser gefüllt. Zwei Autofahrer blieben stecken – einer musste über das Dach fliehen.

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fro/rom
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Wegen starker Regenfälle füllte sich die Goldschlägi-Unterführung in Schlieren ZH am späten Sonntagabend, 7. Juni 2015, innert Kürze mit Wasser.

Wegen starker Regenfälle füllte sich die Goldschlägi-Unterführung in Schlieren ZH am späten Sonntagabend, 7. Juni 2015, innert Kürze mit Wasser.

Leser-Reporter
Das Wasser stand mehr als drei Meter hoch.

Das Wasser stand mehr als drei Meter hoch.

Leser-Reporter
Zwei Autofahrer konnten sich in letzter Minute retten - ihre Fahrzeuge mussten sie zurücklassen.

Zwei Autofahrer konnten sich in letzter Minute retten - ihre Fahrzeuge mussten sie zurücklassen.

Leser-Reporter

Sintflutartige Regenfälle haben sich am späten Sonntagabend über Teilen des Zürcher Limmattals ergossen. Besonders getroffen hat es Schlieren. Die Unterführung Goldschlägi, die das Stadtzentrum mit dem neuen Rietpark-Quartier verbindet, stand innert kurzer Zeit gut drei Meter unter Wasser.

«Ich lag bereits im Bett und hörte, wie der starke Regen beinahe wie ans Fenster klopfte», sagt Andi Limacher, der in unmittelbarer Nähe wohnt. Als er rausschaute, sah er, wie zwei Autos in der Unterführung stecken geblieben waren. «Der eine hat wohl gedacht, er könne diese noch passieren. Als er rückwärts fahren wollte, sogen die Wassermassen das Fahrzeug aber regelrecht in die Mitte», sagt er.

Gefahr eines Stromschlags

Laut einem anderen Anwohner wollte ein Skoda-Fahrer vom Zentrum her durch die bereits stark überflutete Unterführung fahren. «Der Fahrer und sein Beifahrer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.» Von der Seite Rietpark her blieb ein Mercedes-Fahrer im Wasser stecken. «Er musste sich über das Dach aus dem Fahrzeug retten», so der Anwohner.

Die Feuerwehr habe die Unterführung umgehend gesperrt: «Die beiden Autofahrer durften dann auch auf keinen Fall zu ihren Autos zurück wegen der Gefahr eines Stromschlags», sagt der Anwohner. Denn der Wasserpegel sei der Wandbeleuchtung gefährlich nahe gekommen.

Tiefgarage unter Wasser

Die Wassermassen drangen auch in Tiefgaragen. In der benachbarten Wohnsiedlung Gartenstadt stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch. «Ein Nachbar klingelte um 23 Uhr an der Türe und forderte uns auf, die Autos sofort aus der Garage zu fahren», sagt Tanja Schwärzler.

Die Spuren des Unwetters sind auch am Montagmorgen noch zu sehen. Die Unterführung Goldschlägi bleibt bis auf weiteres nicht passierbar – das Wasser wird seit 7 Uhr abgepumpt. «7000 Liter pro Minute – es sollte zügig vorwärtsgehen», sagt Patrick Schärer, Geschäftsleiter der Schlieremer Stadtverwaltung vor Ort.

Blitzeinschlag als Auslöser?

Grund für die Überschwemmung könnte ein Blitzeinschlag sein, der die Pumpen der Unterführung am Sonntagabend lahmgelegt hatte: «Normalerweise würden diese das Regenwasser absaugen», so Schärer. Möglich sei aber auch eine Verstopfung des Abwassersystems. Die genaue Ursache sei Gegenstand von Abklärungen. Schärer: «Eine Überschwemmung in diesem Ausmass hatten wir hier noch nie.»

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