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Feuerwehrmann angefahren«Wussten nicht, ob er nochmals durchdreht»

In Windisch wurde am Montagabend ein Feuerwehrmann verletzt. Zuvor hatte er einen Autofahrer wegen einer Absperrung nicht durchgelassen.

von
mon

Ein Autofahrer verlor am Dienstagabend in Windisch AG die Nerven und fuhr einem Feuerwehrmann über den Fuss. (Video: TeleM1)

Einiges hat Stefan Hiltpold, Kommandant bei der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen, in seiner 24-jährigen Karriere bei der Feuerwehr schon erlebt. Doch der Fall vom Montagabend war auch für ihn neu: Ein 68-jähriger Autofahrer rastete wegen einer Strassensperre in Windisch aus und fuhr einen Feuerwehrkollegen um, wie das Regionalfernsehen Tele M1 berichtet. Der Feuerwehrmann hatte den Autofahrer zuvor nicht durch die Absperrung gelassen.

Der 45-Jährige hatte Glück im Unglück. «Das Auto erwischte ihn am Fuss und klemmte diesen ein», sagt Hiltpold auf Anfrage von 20 Minuten. Durch den Aufprall sei er auf den Boden gestürzt. Gebrochen habe er sich dabei nichts, er habe lediglich Quetschungen am Fuss erlitten. Die Schutzstahlkappen an den Stiefeln hätten wohl Schlimmeres verhindert. Nun sei er auf dem Weg der Besserung: «Ich konnte mit ihm in der Zwischenzeit sprechen. Er versicherte mir, dass es ihm gut geht.»

Auto zurückrollen

Dass alles so glimpflich ausging, liegt laut Hiltpold auch an der schnellen Reaktion des Kollegen: «Er sprang gleich auf die Seite.» Richtig reagiert hätten auch die anderen Kollegen: «Als wir merkten, dass der Fuss eingeklemmt war, machten wir die Autotür auf, zogen die Handbremse an und nahmen den Gang heraus.»

Zudem musste der 68-jährige Autofahrer sofort aussteigen: «Wir wollten das Auto zurückrollen lassen, deshalb musste der Fahrzeuginsasse raus.» Mit ein bisschen Nachdruck, stieg der Autofahrer schliesslich aus dem Auto und wurde später der Kantonspolizei Aargau übergeben, so Hiltpold.

Heikle Situation

Für den Feuerwehr-Kommandanten allgemein eine heikle Situation: «Zum einen hatten wir unseren verletzten Kollegen. Zum anderen war da eine Person, die die Nerven verloren hatte.» Hiltpold fügt an: «Wir wussten ja nicht, was der Mann vor hat, ob er nochmals durchdreht.»

Dass Personen wegen Absperrungen gestresst reagieren, sei nicht neu: «Es gibt immer wieder Autofahrer, die genervt oder aggressiv reagieren.» Hiltpold betont aber: «Das, was wir am Montagabend erlebt haben, ist eine Ausnahme und für uns einmalig. Das bleibt es hoffentlich auch.»

Ungeduldige Autofahrer

Die Kantonspolizei Aargau ermittelt nun in diesem Fall. «Die Feuerwehr hatte die Dorfstrasse teilweise abgesperrt», sagt Sprecher Roland Pfister. Einem 68-jähriger Autofahrer sei dabei die Durchfahrt verwehrt worden. Bei einem Wendemanöver sei der Schweizer dann über den Fuss des Feuerwehrmannes gefahren. «Welche Umstände dazu geführt haben, klären wir derzeit ab.» Der Autofahrer musste den Führerausweis vorläufig abgeben.

Beim Aargauischen Feuerwehrverband wird der Vorfall bedauert: «So ein Fall war mir bisher nicht bekannt», sagt Präsident Fabian Engel. Er habe aber selbst schon erlebt, wie ungeduldig Autofahrer manchmal sein können. «Man hört alles. Sie beschimpfen uns zum Teil massiv, währenddem wir eine Unfallstelle sichern, wo vielleicht gerade jemand verstorben ist.» Ungeduldige Autofahrer würden immer mehr zu einem Problem. Deshalb sei es wichtig, dass die Einsatzkräfte gut geschult sind. Im Kanton Aargau übernimmt die Aargauische Gebäudeversicherung diese Ausbildung.

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