Aktualisiert 18.01.2016 16:57

Neue Geräte

Autofahrer sollen mit Smileys erzogen werden

Basel setzt seit Montag auf Geschwindigkeits-Anzeigegeräte mit Smileys zur Verkehrsberuhigung. Experten bezweifeln allerdings deren Nutzen.

von
mak
Die Smiley-Geräte sollen in  verkehrsberuhigten Strassen den Lenkern ihre Geschwindigkeit anzeigen.

Die Smiley-Geräte sollen in verkehrsberuhigten Strassen den Lenkern ihre Geschwindigkeit anzeigen.

Kein Anbieter/mak

Seit gestern überrascht in der Gellertstrasse in Basel eine Smiley-Anzeigetafel die Auto- und Velofahrer. Wer korrekt fährt kriegt einen Smiley zu sehen, wer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritt, blickt in ein trauriges Gesicht. Alternierend zeigen die Geräte auch das gefahrene Tempo an. Insgesamt werden sechs solcher Geschwindigkeits-Anzeigegeräte aufgestellt.

«Alle Geräte kommen in 30er-Zonen zum Einsatz», sagt Regierungsrat Hans-Peter Wessels. Die schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) hingegen bezweifelt den Nutzen von Geschwindigkeitsanzeigen stark. «Studien haben gezeigt, dass dank Geschwindigkeitsanzeigen das Tempo der Fahrzeuge kaum sinkt», sagt Sprecher Rolf Moning. Bernhard Frey Jäggi, Leiter Abteilung Verkehr der Kantonspolizei Basel-Stadt, hält dem entgegen: «Wir begrüssen die Anlagen als ein zusätzliches Instrument für die Verkehrssicherheit.»

«Geschwindigkeitsbewusstsein stärken»

Die Errichtung der Anzeigetafeln freut auch LDP-Grossrat Heiner Vischer. Der 59-Jährige hatte vor vier Jahren bei der Regierung eine Anfrage eingereicht, die den Smiley-Anzeigetafeln in Basel den Weg frei machten. «Das ist ein gutes Mittel, um das Geschwindigkeitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu stärken», so Vischer.

«Oft gibt es eine Differenz zwischen Tachoanzeige und effektiver Geschwindigkeit. Anzeigetafeln, die die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen, sind hier ein nützliches Hilfsmittel.» Ausserdem brauche es neben der Repression durch Radaranlagen auch Prävention. «Die Geräte sind mit 6000 Franken pro Stück eine günstige Ergänzung zu den bestehenden Radargeräten», so Vischer.

Neben der Gellertstrasse werden die Smiley-Anzeigetafeln in den nächsten Monaten auch in der Reding-, der Spital- und der Hammerstrasse sowie am Peters- und Claragraben eingesetzt. Basel weist mit 172 Kilometern schweizweit den höchsten Anteil an verkehrsberuhigten Strassen mit Begegnungs- und Tempo 30-Zonen auf. Es ist laut Wessels denkbar, dass in Zukunft noch weitere Smiley-Geschwindigkeits-Anzeigegeräte zum Einsatz kommen.

(mak/sda)

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