Stadt Bern: Autofahrer sollen zu Stosszeiten mehr bezahlen
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Stadt BernAutofahrer sollen zu Stosszeiten mehr bezahlen

Die Stadt Bern bewirbt sich um einen Pilotversuch zu Mobility Pricing. Um die Verkehrsbelastung zu reduzieren, sollen Autolenker in Spitzenzeiten einen Mobilitätspreis bezahlen. Das finden nicht alle gut.

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Zur Normalität nach Corona werden wohl auch wieder Staus und stockender Verkehr gehören – auch in Bern.

Zur Normalität nach Corona werden wohl auch wieder Staus und stockender Verkehr gehören – auch in Bern.

Foto: Valerie Chetelat
Lassen sich die Verkehrsprobleme entschärfen, wenn Autofahrer und ÖV-Benutzer zu Stosszeiten mehr bezahlen müssen?

Lassen sich die Verkehrsprobleme entschärfen, wenn Autofahrer und ÖV-Benutzer zu Stosszeiten mehr bezahlen müssen?

Foto: Tagesanzeiger / Urs Jaudas
Der Bundesrat will das Konzept des sogenannten Mobility Pricings in verschiedenen Städten in der Schweiz prüfen lassen.

Der Bundesrat will das Konzept des sogenannten Mobility Pricings in verschiedenen Städten in der Schweiz prüfen lassen.

Foto: Keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Stadt Bern bewirbt sich für einen Pilotversuch zu Mobility Pricing.
  • Dabei soll eine Gebühr auf Autofahrten zu Spitzenzeiten erhoben werden.
  • Im Grossen Rat wehrte sich insbesondere die SVP gegen den Pilotversuch.

Lassen sich Staus auf den Strassen und überfüllte Züge vermeiden, wenn Autofahrer und ÖV-Benutzer zu Stosszeiten mehr bezahlen müssen? Der Bundesrat will das Konzept des sogenannten Mobility Pricings in verschiedenen Städten in der Schweiz prüfen lassen. Das Berner Kantonsparlament hat sich letzte Woche dafür ausgesprochen, interessierten Gemeinden Pilotversuche zu ermöglichen.

Zu diesen gehört auch die Stadt Bern. Der Gemeinderat hat sich bereits Mitte April beim Kanton für einen solchen Pilotversuch beworben, wie ein Schreiben zeigt, das dem «Bund» vorliegt. Gemäss beigelegter Projektskizze würden Lenker von Motorfahrzeugen auf stark befahrenen Strassen zu Stosszeiten einen Mobilitätspreis bezahlen. Registriert würden die Fahrten mit einem «automatischen Fahrzeugnummern-Erkennungssystem». Die Höhe der Gebühr ist noch offen.

Kein Mobility Pricing beim ÖV

Möglich wären Tarife «nach Fahrzeuggrösse, CO₂-Ausstoss, Fahrzeugbelegung», heisst es in der Skizze. Vom Mobility Pricing ausgenommen wären Blaulicht-Fahrten von Feuerwehr, Polizei und Sanität. Auch für den Wirtschaftsverkehr sind «privilegierte Lösungen» vorgesehen. Nicht in die Projektskizze einbezogen ist der ÖV – den Effekt des Umsteigens vom Auto auf den ÖV will man nicht gefährden. Der Pilotversuch soll im Jahr 2025 starten.

Wenig überraschend stösst er nicht nur auf Gegenliebe. Gegen den Vorstoss im Grossen Rat wehrte sich das bürgerliche Lager. Man wolle keinen neuen «Wegzoll» für Strassennutzer, hiess es seitens der SVP. Die BDP sah angesichts der Corona-Krise vordringlichere Prioritäten für den Kanton Bern.

(sul)

Deine Meinung

264 Kommentare
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Covid19

12.06.2020, 05:24

Danke liebe Politik, gebt ihr uns auch mehr Lohn damit wir diese Abgabe bezahlen können. Ich zum Beispiel habe seit 3 Jahren keinen Teurungszuschlag beim Lohn bekommen. Und alles wird Teurer sorry solche Politik brauchen wir in der Schweiz nicht.

Randy B.

08.06.2020, 18:35

Bravo Bern hoffe das weitere Städte folgen. Die immer gleichen dummen Ausreden "ohne Auto keine Geschäfte" ist faules Gelaber. Der sinnlose mobiele Wahnsinn ist viel zu billig.

tr

08.06.2020, 18:34

übrigens... in vielen Ländern wird der müll in der nacht eingesammelt und nicht in den stosszeiten. bekommt jetzt jeder politiker ein blaulicht ?