Aktualisiert 13.02.2009 14:08

Auto-KriseAutoindustrie im Rückwärtsgang

Die dramatische Krise der weltweiten Autoindustrie hat sich weiter verschärft. Der Absatz grosser Hersteller ist ungebremst auf Talfahrt. So brachen bei Audi, BMW, Daimler, Volvo und Toyota die Absatzzahlen im Januar ein.

Der japanische Autoriese Toyota steht nach jahrelanger Steilfahrt sogar vor Milliardenverlusten. Der weltgrösste Autohersteller rechnet erstmals seit der Veröffentlichung von Nettoergebnissen im November 1963 im laufenden Geschäftsjahr mit einem tiefroten Minus, das 350 Mrd. Yen (4,5 Mrd.Franken) erreichen dürfte.

Bei der bislang erfolgsverwöhnten VW-Tochter Audi sank der Absatz im Januar um mehr als 28 Prozent auf gut 56 000 Autos. Das teilte Audi mit. VW hatte bereits angekündigt, der Konzern drohe, im ersten Quartal 2009 in die roten Zahlen zu rutschen.

Abwärtstrend

Bei Daimler setzte sich der massive Abwärtstrend zum Start ins neue Jahr fort. Wie der Stuttgarter Konzern Freitag mitteilte, wurden im Januar 62 200 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach ausgeliefert und damit 31,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Alleine bei der Kernmarke Mercedes-Benz gab es im Jahresvergleich einen Rückgang um 34,5 Prozent auf 53 900 Wagen.

Auch bei BMW sind die Absatzzahlen nach einem Absatz- und Umsatzminus im vergangenen Jahr weiter auf Talfahrt. Im Januar sanken die Verkäufe um 24 Prozent auf 70 400 Fahrzeuge, wie der Konzern mitteilte.

Vor allem Mini betroffen

Die Absatzkrise machte sich im Januar vor allem bei der bislang von Einbrüchen weitgehend verschont gebliebenen Kleinwagenmarke Mini bemerkbar. Für 2008 solle das Konzernergebnis aber deutlich positiv ausfallen, versicherte BMW.

Noch stärker als erwartet in die Verlustzone geraten ist der schwedische Nutzfahrzeug-Konzern Volvo. Wie das Unternehmen in Göteborg mitteilte, brachte das vierte Quartal einen Nettoverlust von 1,3 Mrd. Kronen (182 Mio. Franken), verglichen mit 4,1 Mrd. Kronen Gewinn vor Jahresfrist.

Im gesamten Jahresverlauf fuhr der zweitgrösste Lastwagen- und Bushersteller der Welt 2008 einen Gewinn von zehn Milliarden Kronen und damit 33 Prozent weniger ein als 2007.

Volvos komplette Personenwagen-Sparte gehört seit 1999 zum US- Konzern Ford, der schwer angeschlagen ist. Medienberichten zufolge prüft Ford einen Notverkauf der Premiummarke Volvo und führt dazu auch Gespräche mit Interessenten aus China.

(sda)

Italien stützt Autoindustrie

Rom Die italienische Regierung greift der Autoindustrie des Landes mit einem milliardenschweren Hilfspaket unter die Arme. Im Gegenzug müssten die Hersteller ihre Werke in Italien halten und die Zulieferer bezahlen.

Dies sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Freitag. Kreisen zufolge enthält das Paket unter anderem Anreize für Auto- Käufer. Kunden sollen demnach eine Prämie von bis zu 1500 Euro für ihr altes Fahrzeug beim Kauf eines umweltfreundlicheren Neuwagens erhalten.

Auch in Deutschland gibt es seit Jahresbeginn eine sogenannte Abwrackprämie. Die Regierungen von Frankreich und Grossbritannien haben ebenfalls Hilfspakete für die heimischen Autofabriken aufgelegt. In Italien soll sich der Kabinettsbeschluss auch auf Anreize für die Möbel- und Haushaltsgeräteindustrie erstrecken.

Damit versucht die italienische Regierung erneut, die heimische Wirtschaft inmitten der globalen Finanzkrise zu stützen. Im November war bereits ein umfassender Plan zum Ankurbeln der Konjunktur bewilligt worden. (sda)

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