Konsumindikator: Autokäufer gaben nochmal richtig Gas
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KonsumindikatorAutokäufer gaben nochmal richtig Gas

Die Konsumlaune der Schweizer ist hervorragend: Noch nie wurden in der Schweiz so viele Autos verkauft wie im Juni. Doch die Abschwächung ist bereits in Sicht.

von
egg

Der aktuelle UBS-Konsumindikator hat im Juni kräftig von 0,58 auf 1,60 Punkte zugelegt. Das sei der drittgrösste je verzeichnete Anstieg des Indikators, schreiben die Ökonomen der Grossbank.

In den UBS-Konsumindikator fliessen neben der Anzahl immatrikulierter Autos auch die Geschäftslage im Detailhandel, die Anzahl der Hotelübernachtungen der inländischen Bevölkerung, der Konsumentenstimungs-Index sowie die Kreditkartenumsätze, die über die UBS an inländischen Verkaufspunkten abgewickelt werden, ein.

Fast 40 000 Autos verkauft

Die Kauflust der Schweizer hat sich im Juni demnach insbesondere bei den Autos gezeigt. Verantwortlich für den Anstieg des Konsumindikators sei in erster Linie die «massive Zunahme» der Immatrikulationen von Neuwagen, schreibt die UBS. Die anderen Indikatoren hätten leicht zugelegt.

Im letzten Monat des ersten Halbjahres 2012 wurden fast 40 000 Neuwagen zugelassen – so viele wie noch nie. Die Zahl darf allerdings nicht für bare Münze genommen werden, wie die UBS-Ökonomen klarstellen. Schuld am Rekordwert sei in erster Linie die Einführung der CO2-Abgabe am 1. Juli. Konkret: Die Autoverkäufer setzten alles daran, ihren Kunden die Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoss vor Ende Juni zu verkaufen oder immatrikulierten diese sogar auf Vorrat.

Sieben mal mehr Dodges

Die Statistik von Auto-Schweiz, der Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure, zu den Neuimmatrikulationen zeigt denn auch gewisse Auffälligkeiten: Im Juni wurden 299 Dodges in Verkehr gesetzt – das Siebenfache des Vorjahresmonats. Auch die 394 verkauften Jeeps (+ 188 Prozent) sowie die 406 Land Rover (+182 Prozent) dürften grösstenteils auf das Konto des «CO2-Effekts» gehen.

Die UBS-Ökonomen gehen zwar davon aus, dass auch abgesehen vom «CO2-Effekt» zurzeit so viele Neuwagen in Verkehr genommen werden wie nie zuvor. Doch dies vermag die Autoimporteure in der Schweiz nicht wirklich zu beruhigen.

Abschwächung in Sicht

Prognosen für die zweite Jahreshälfte seien «sehr schwierig», schreibt Auto-Schweiz. Es sei «realistisch anzunehmen», dass in den kommenden Monaten mit weniger spektakulären Zulassungszahlen gerechnet werden müsse. Haare lassen müssten dabei vermutlich vor allem die Parallel- und Direktimporteure.

«Ich bin vorsichtig», sagt der Direktor von Auto-Schweiz, Andreas Burgener. Im Moment könne man davon ausgehen, dass bis Ende Jahr mindestens gleich viel abgesetzt werde wie im Jahr 2011. «Wenn ich mich zurzeit umhöre, ist die Abschwächung bereits spürbar», fügt Burgener an. (egg/sda)

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