Dank Leuthard: Autolobby erwartet weniger Baustellen
Aktualisiert

Dank LeuthardAutolobby erwartet weniger Baustellen

Verkehrsexperten schwärmen von Bundesrätin Leuthard: Sie glauben, dass sie das Baustellenchaos in den Griff bekommt – im Gegensatz zu Vorgänger Moritz Leuenberger.

von
Désirée Pomper

Die Autolobby frohlockt:

Ein halbes Jahr nach dem Departementswechsel von Bundesrätin Doris Leuthard zum Verkehrsdepartement Uvek ist man voller Lob für die Verkehrsministerin: «Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Moritz Leuenberger betreibt Leuthard keine ideologisch gefärbte Politik, sondern avisiert ein effizienteres Baustellenmanagement», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Auto- Schweiz-Präsident Max Nötzli pflichtet bei: «Unter Leuenberger hat sich niemand aus seinem Departement getraut, Missstände aufzuzeigen. Leuthard dagegen ist offen für Kritik.» Es gebe kein kategorisches Nein mehr für Strassenprojekte. Forderungen nach Mehrschichtenbetrieb auf den Baustellen oder Bonus-Malus-Systemen für Bauunternehmen hätten bessere Chancen. Anders als unter Leuenberger seien «gewollt träge Baustellenarbeiten» kein Thema mehr. Auch FDP-Nationalrat Markus Hutter ist erfreut, dass Leuthard «neben den Schienen auch dem Ausbau der Strassen die notwendige Gewichtung schenkt und kilometerlangen Staus den Kampf ansagt».

Vergleiche ziehen will man beim Bundesamt für Strassen Astra zwischen Leuthard und Leuenberger derweil nicht. Nur so viel: «Wir spüren ein grosses Interesse und Unterstützung von Bundesrätin Leuthard für unsere Arbeit», sagt Sprecher Thomas Rohrbach.

Trotz des neuen Winds im Uvek will die Autolobby an der im März lancierten Forderung nach einem Stau-Ombudsmann festhalten, der als unabhängige Instanz Missständen rund um Verkehrsbaustellen nachgehen soll. Hutter ist zuversichtlich, dass seine entsprechende Motion nächste Woche gute Chancen hat.

Gutes Wetter, weniger Stau

Vom sonnigen Frühling profitieren auch die Autofahrer: «Dank dem guten Wetter konnten wir auf den Baustellen schneller vorwärtsmachen und sind jetzt im Fahrplan einen Monat voraus», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. «Die Strassen werden weniger beeinträchtigt, der Verkehr läuft flüssiger, es gibt weniger Stau.» Die Kehrseite der Medaille: Der vom Bund gesprochene Kredit von 1,1 Mia. Franken für den Ausbau und Unterhalt des bestehenden Strassennetzes könnte zu früh aufgebraucht sein. «Erwartet uns ein trockener November, prüft das Astra, einen Zusatzkredit zu beantragen», so Rohrbach.

Stau schadet der Gesundheit

Fahren bei erhöhtem Verkehrsaufkommen verursacht vor allem bei Männern einen signifikanten und ungesunden Anstieg an physiologischem Stress. Das zeigt eine Studie von TomTom. Während Frauen einen Stress-Anstieg von 8,7 Prozent aufzeigten, wurde bei Männern eine Zunahme von bis zu 60 Prozent gemessen. Weiter hat die Untersuchung ergeben, dass die Effekte einer länger währenden Ausschüttung von Stress-Stoffen die Immunfunktion einschränkt, den Blutdruck erhöht und den Blutzuckerspiegel anhebt. Ausserdem können Schwindel, Atemnot, Muskelschmerzen und Brustschmerzen auftreten.

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