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Gay-Parade in BernAutonome wettern gegen Nause und Sommaruga

An der Pride Ouest dieses Wochenende in Bern treten unter anderem Reto Nause und Simonetta Sommaruga als Redner auf. Das stösst den Linksextremen sauer auf.

von
sul
An der Pride Quest in Bern werden rund 10'000 Teilnehmer erwartet.

An der Pride Quest in Bern werden rund 10'000 Teilnehmer erwartet.

Keystone/Pete Maclaine

Unter dem Motto «Die Kraft der Vielfalt» feiern LGBTI-Menschen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle) dieses Wochenende in Bern die Pride Ouest. Highlight des Events ist der Sternmarsch am Samstagnachmittag, bei dem die Teilnehmer – die Veranstalter rechnen mit rund 10'000 Besuchern – von sechs verschiedenen Plätzen aus losziehen und sich anschliessend auf dem Bundesplatz versammeln. Dort werden unter anderem Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) und Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) als Redner auftreten. Linksautonome waren darüber derart entrüstet, dass sie erst zu einer eigenen Demo aufriefen, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Auf ihrer Website kritisieren sie Reto Nause wegen der Familienpolitik seiner Partei. Diese wolle «weder die Ehe für alle noch die Öffnung des Adoptionsrechts für nicht-heterosexuelle Paare». Auch der Auftritt von Bundesrätin Sommaruga ist den Autonomen ein Dorn im Auge. «Als Vorsteherin des Schweizer Asylwesens prägte sie dieses in den letzten Jahren in erster Linie durch Verschärfungen», so die Begründung.

Bei Nause steht die Liebe im Vordergrund

Nicht nur an den Rednern, sondern auch an den Sponsoren der Veranstaltung stossen sich die Linksextremen, allen voran am Hotel Schweizerhof, das seit 2011 in katarischer Hand ist. «Homosexualität ist in Katar verboten, es drohen bis zu fünf Jahre Haft», heisst es im Demoaufruf.

CVP-Mann Reto Nause sieht kein Problem darin, an der Gay-Parade als Redner aufzutreten. «Es liegt in der Natur von Exekutivämtern, dass man teilweise unterschiedliche Hüte tragen muss», sagt er dem «Bund». Er habe auf solche Themen eine entspanntere Sicht als andere CVP-Vertreter. «Bei mir stehen die Liebe und die Beziehung zweier Menschen im Vordergrund.»

Hotel teilt Katars Haltung nicht

Die Pride-Ouest-Veranstalter geben sich indes sehr zufrieden mit ihren Rednern und Sponsoren. «Wir sind froh, gibt es auch in der CVP und im Justiz- und Polizeidepartement Vertreter*innen, die gegenüber unseren Anliegen offen sind und sich für eine Veränderung zugunsten der LGBTIs einsetzen. Unsere Redner*innen gehören zu diesen Vertreter*innen», werden die Pride-Ouest-Veranstalter in der «Berner Zeitung» zitiert. Das Hotel Schweizerhof habe zwar Eigentümer aus Katar, die Direktion des Hotels und die Mitarbeitenden würden die Haltung des Landes gegenüber LGBTIs aber in keiner Weise teilen.

Das Statement der Organisatoren konnte die Linksextremen offenbar besänftigen. Wie die Zeitung schreibt, konnte man sich via Facebook finden: Anstatt sich zu separieren, marschieren die Autonomen nun ebenfalls am Sternmarsch mit.

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