11.01.2017 04:47

Zumutung für Patienten

Autos blockieren Patienten den Weg ins Unispital

Vor dem Basler Unispital gilt ein Halteverbot – ausser man lässt dort Patienten ein- und aussteigen. Dennoch missbrauchen etliche Autofahrer die Fläche als Parkplatz.

von
las
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Des Öfteren stehen im Halteverbot vor dem Unispital im Petersgraben so viele Autos, dass das vorgesehen Ein- und Austeigenlassen von Patienten unmöglich ist.

Des Öfteren stehen im Halteverbot vor dem Unispital im Petersgraben so viele Autos, dass das vorgesehen Ein- und Austeigenlassen von Patienten unmöglich ist.

20 Minuten/las
Dabei ist das Halteverbot mit Ausnahme deutlich ausgeschildert. Auch ein deutsches Taxi ist unter den Sündern.

Dabei ist das Halteverbot mit Ausnahme deutlich ausgeschildert. Auch ein deutsches Taxi ist unter den Sündern.

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Ein dort abgestelltes Auto ist sogar schon zugeschneit, wie dieses Leserreporter-Bild zeigt.

Ein dort abgestelltes Auto ist sogar schon zugeschneit, wie dieses Leserreporter-Bild zeigt.

Leser-Reporter

Im Petersgraben vor dem Universitätsspital Basel (USB) darf nicht gehalten werden, ausser man lässt Patienten ein- oder aussteigen. Gleich drei Schilder weisen explizit darauf hin. Dennoch sind die Halteplätze zeitweise zuparkiert. Stundenlang sollen manche den Raum als Gratisparkplatz missbrauchen, wettert eine Basler Taxifahrerin. Diese Sünder blockierten damit den Weg für Patienten.

Vor allem Gehbehinderte seien betroffen. Zwar können Taxis auf der gegenüberliegenden Strassenseite halten, jedoch ist die Überquerung der Strasse im leichten Gefälle nicht für alle unproblematisch, vor allem im Winter. «Die Park-Situation ist in der Tat ein Problem», sagt eine Autofahrerin, die für einige Minuten in der zweiten Reihe parken muss, bis ihr Vater eingestiegen ist. Der Mann ist sichtlich wacklig auf den Beinen. «Ich bin in letzter Zeit oft hier. Die Polizei hab ich auch schon gesehen, wie sie Bussen verteilt hat», erzählt die Frau aus dem Baselbiet.

Eindeutiges Verbot

Mit Halteverbotsschildern wird auf die Sachlage hingewiesen. Unter dem Kreuz steht jeweils die Ausnahmeregelung «ausgenommen Ein- u. Aussteigen lassen von Patienten». Sowohl Bilder von Leser-Reportern als auch ein Augenschein der Redaktion zeigen aber, dass es einige Autofahrer mit dem Verbot nicht so genau nehmen. Tatsächlich stehen dort regelmässig Autos, deren Besitzer weggegangen sind. Eines war am Dienstag sogar zugeschneit und muss länger dort gestanden haben.

Urs Senn, Chef für Führerscheinprüfungen an der Prüfstation beider Basel, bestätigt das Verbot. «Dort dürfen nur Patienten ein und aussteigen. Alles andere müsste gebüsst werden», sagt er. Halten im Halteverbot kostet 80 Franken, Parkieren mindestens 120 Franken.

Unispital verweist auf Polizei

«Da es sich bei der Strasse um Allmend handelt, haben wir dort nichts zu sagen», erklärt USB-Sprecherin Sabina Heuss auf Anfrage. Das Spital könne fehlbare Autofahrer nicht wegweisen. Stattdessen verweist sie auf die Polizei.

Auch die Taxifahrerin fragt sich, was die Ordnungshüter gegen die Parkblockade unternehmen. Die Polizei äusserte sich am Dienstag trotz Anfrage bis Redaktionsschluss nicht zur Situation.

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