Aktualisiert 07.06.2006 11:15

Autos haben weniger Durst

Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch neuer Autos ist 2005 um zwei Prozent auf 7,67 Liter pro 100 Kilometer gesunken.

Das zwischen UVEK und auto-schweiz vereinbarte Zwischenziel wurde 2005 jedoch verfehlt und ohne zusätzliche Massnahmen wird das Reduktionsziel 2008 nicht erreicht, wie das BFE mitteilte.

Hauptgrund dafür, dass das Zwischenziel eines Verbrauchs von 7,15 Liter pro 100 Kilometer im Jahr 2005 nicht erreicht wurde, ist gemäss Bundesamt für Energie (BFE) der Trend zu schwereren Fahrzeugen. Das zunehmende Fahrzeuggewicht fresse die Effizienzgewinne wieder weg. Lag im Jahr 1990 der Verbrauch eines 1.000 Kilogramm schweren Fahrzeugs noch bei über 7,5 Litern, so benötigt ein vergleichbares Auto gemäss BFE heute nur noch 5,19 Liter. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1990 hat das Leergewicht von durchschnittlich 1.200 Kilogramm auf 1.478 Kilogramm zugenommen. Allein in den vergangenen fünf Jahren betrug die Gewichtszunahme 115 Kilogramm, wobei 100 Kilogramm Mehrgewicht einem Mehrverbrauch von rund einem halben Liter auf 100 Kilometer entspricht. 2005 betrug die durchschnittliche Gewichtszunahme der Neuwagen im Vorjahresvergleich 16 Kilogramm.

Zur Reduktion beigetragen hat der steigende Anteil von Dieselfahrzeugen an den neu verkauften Personenwagen, der von 26,2 Prozent im Vorjahr auf 28,8 Prozent gestiegen ist. Ihr durchschnittlicher Treibstoffverbrauch liegt bei 6,63 Liter pro 100 Kilometer und damit um fast 1,5 Liter oder über 18 Prozent tiefer als der Verbrauch der Benzinfahrzeuge.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen liegen laut BFE bei 189 Gramm pro Kilometer und haben gegenüber dem Vorjahr leicht um drei Gramm pro Kilometer abgenommen. Die Benzinfahrzeuge erreichten dabei einen Durchschnittswert von 193 Gramm pro Kilometer, die Dieselfahrzeuge einen Wert von 176 Gramm pro Kilometer.

Das Departement Leuenberger und auto-schweiz haben in einer im 2002 unterzeichneten Zielvereinbarung eine durchschnittliche Absenkung des Treibstoffverbrauchs neuer Autos um drei Prozent pro Jahr festgelegt. Bis 2008 soll so ein Wert von 6,4 Liter pro 100 Kilometer erreicht werden. Dieses Ziel lässt sich laut BFE ohne zusätzliche Massnahmen nicht erreichen. Der Bundesrat soll laut BFE bereits in den nächsten Tagen über eine Revision der Energieverordnung entscheiden. Sie soll die Hürde für schwere Fahrzeuge erhöhen, in eine gute Effizienzkategorie eingeteilt zu werden. Zusätzlich prüft der Bund derzeit die Option einer proportionalen Mehrverbrauchsabgabe für Neufahrzeuge. Weitere Vorstösse aus dem Parlament verlangen die Einführung einer verbrauchsabhängigen Importbesteuerung von Personenwagen. Schliesslich kann der Bundesrat eine CO2-Abgabe auf Benzin einführen, wenn der im Oktober 2005 auf Benzin und Dieselöl erhobene Klimarappen nicht die gewünschte Wirkung zeigt. (dapd)

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