Aktualisiert 21.03.2019 09:46

VW schlägt Alarm

Autos werden mit neuer Abgasnorm massiv teurer

Volkswagen kündigt für Dieselautos in den nächsten vier Jahren deutliche Preiserhöhungen an. Auch für Benziner muss man bald mehr bezahlen.

von
srt
1 / 9
Neue Abgasnormen treiben die Preise für Neuwagen nach oben, warnt Volkswagen.

Neue Abgasnormen treiben die Preise für Neuwagen nach oben, warnt Volkswagen.

Keystone/dpa-Bildfunk
Teure Diesel: Wegen der Euro-7-Abgasnorm sollen Neuwagen um bis zu 2500 Euro teurer werden. Das sagt VW-Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim im Gespräch mit der deutschen Branchenzeitung «Automobilwoche».

Teure Diesel: Wegen der Euro-7-Abgasnorm sollen Neuwagen um bis zu 2500 Euro teurer werden. Das sagt VW-Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim im Gespräch mit der deutschen Branchenzeitung «Automobilwoche».

VW
Die Vorschriften aus Brüssel setzen die Hersteller unter Druck: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoss um 37,5 Prozent gesenkt werden.

Die Vorschriften aus Brüssel setzen die Hersteller unter Druck: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoss um 37,5 Prozent gesenkt werden.

Lange sprach man bei den Automobilherstellern davon, die Investitionen für nachhaltigere Antriebe wenn möglich nicht direkt auf den Kunden zu überwälzen. Doch das ist inzwischen Gerede von gestern. In einem kürzlich erschienenen Interview kündigte Volkswagen an, dass es bei den Autos aus Wolfsburg künftig zu deutlichen Preiserhöhungen kommen werde. Das erklärte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim im Gespräch mit der deutschen Branchenzeitung «Automobilwoche».

Konkret plant der VW-Konzern, die Preise in den kommenden vier Jahren aufgrund strenger Klimaziele und schärferer Abgasvorschriften sukzessive anzuheben. Grund dafür sind neben der fortschreitenden Elektrifizierung die künftigen Abgasnormen ab Euro 7. Diese wird Dieselautos laut VW im Schnitt um bis zu 2500 Euro oder fast 3000 Franken verteuern. Auch Benziner sollen künftig bis zu 1500 Euro (fast 2000 Franken) mehr kosten. Dazu treibt die Inflation die Preise hoch.

Nicht nur VW betroffen

Dieselautos mit der Abgasnorm Euro 7 kommen ab 2023 auf den Markt. Sie müssen mit effizienteren Filteranlagen ausgestattet sein als gängige Euro-6-Diesel, damit sie die neuen EU-Grenzwerte einhalten können.

Modelle mit Benzinmotoren müssen ebenfalls optimiert werden, vor allem was den CO2-Ausstoss angeht. Bei ihnen wird der gestiegene materielle Aufwand aber nicht so schwer ins Gewicht fallen wie bei Diesel.

Die anspruchsvolleren Umweltauflagen machen bei Automobilherstellern aufwendigere Abgasreinigungsanlagen nötig. Man versuche, diese Mehrkosten zu kompensieren, aber einen Teil davon müsse man «an die Kunden weitergeben», heisst es aus Wolfsburg.

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt Amag-Sprecher Dino Graf, dass man die angekündigte Preiserhöhung nicht kommentieren könne. Der Fahrzeugmarkt sei aber grundsätzlich «preissensibel» und reguliere sich selber. Darum, so Graf, werden «unsere Marken auch in Zukunft marktkonforme und kompetitive Produkte und Preise haben».

Preise steigen seit Jahren

Tatsächlich werden sich Kunden wohl auch in der Schweiz darauf einstellen müssen, dass Preise zulegen. Denn die Anschaffungskosten für Fahrzeuge steigen schon seit Jahren kontinuierlich an. Preistreiber sind dabei zum einen die technischen Verbesserungen der Fahrzeuge sowie die steigende Motorleistung, aber auch teure Trends wie jener hin zu SUVs. Nun kommen auch noch die härteren Umweltauflagen dazu, und das spürt der Kunde. Denn die Regulierungen zur Schadstoff-Reduktion werden in einem Tempo vorangetrieben, das den Herstellern im wahrsten Sinne kaum Luft lässt. Zumal schnell entwickelte Optimierungen immer auch teuer entwickelte Optimierungen sind.

Klar ist: Die Problematik betrifft alle. So deutlich wie VW hat bislang aber noch kein Hersteller zu verstehen gegeben, wie direkt sich die neuen Vorschriften auf den Preis auswirken. Darin mag politisches Kalkül stecken, um die CO2-Vorgaben aus Brüssel unter Druck zu setzen. Immerhin müsse VW, so Konzernchef Herbert Diess, bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 40 Prozent Elektroautos beim Gesamtabsatz kommen, anders seien die neuen Grenzwerte nicht einzuhalten. Aber es ist auch eine Realität, die der Kunde in nächster Zeit zu spüren bekommt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.