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Freiburg Autostoppen wird zur Wettkampfdisziplin

Mit erhobenen Daumen zum Ziel: Am 7. und 8. Mai findet in Freiburg die Schweizer Autostopp-Meisterschaft statt. Gefährlich sei Trampen nicht, findet der Veranstalter.

von
Mira Weingartner

Das Autostoppen ist belastet mit Erzählungen von Anhaltern, die nie am Ziel ankamen. Gruselige Tramper-Morde gingen in die weltweite Kriminalgeschichten ein. In rund einem Monat findet in Freiburg die Schweizer Autostopp-Meisterschaft statt. Doch die Teilnehmer sollen sich nicht fürchten: «Per Anhalter zu Reisen ist nicht gefährlich», sagt Organisator Daniel Slodowicz. Mit seinem Wettbewerb will der 27-Jährige sämtliche Vorurteile abbauen und Leute zum Trampen animieren.

Am ersten Wettkampftag, am 7. Mai um 10 Uhr fällt der Startschuss. Erst dann wird den Teilnehmenden das rund 400 Kilometer entfernte Ziel mitgeteilt. «Wer am schnellsten per Anhalter die Strecke zurücklegt, gewinnt», erklärt Slodowicz. Bisher wollen sich zehn internationale Zweierteams dieser Challenge stellen – die bislang registrierten Teilnehmer sind vorwiegend weiblich. «Das erstaunt mich, doch in Mitteleuropa ist Trampen auch für Frauen kein Problem.»

Im Auto mit einem Ex-Häfling

Der Freiburger spricht aus Erfahrung: Seit sechs Jahren setzt er sich zu fremden Menschen ins Auto. «Nur während dreier Fahrten war mir unwohl.» Etwa, als ihn ein volltätowierter Schlägertyp auf der aargauischen Raststätte Würenlos aufgegabelte. Oder als ein Lenker ihm während der Fahrt gestand, wegen versuchten Totschlages im Gefängnis gesessen zu sein. «Doch schliesslich waren sie alle sympathische Menschen mit spannenden Geschichten», so der junge Mann.

Tipps von der Polizei

Ein solch ausgeprägtes Bauchgefühl fürs Autostoppen, wie es der erfahrene Slodowicz hat, werden die meisten Wettkampf-Teilnehmer wohl noch nicht entwickelt haben können. Doch der gebürtige Pole gibt Tipps: «Besonders gut als Startpunkt geeignet sind mittlere bis grössere Autobahnraststätten mit Tankstellen», dort würden die Autofahrer einen kurzen Boxenstopp einlegen. Auch mit einem Instrument erwecke man einen guten Eindruck. Schilder seien zudem unschlagbar, um selbst mit den vorbeifahrenden Autolenkern die Kommunikation aufzunehmen.

Die Kantonspolizei Freiburg mahnt zur Vorsicht: Man solle in kein Fahrzeug steigen, sollten Zweifel betreffend dessen Insassen bestehen. Auch raten die Ordnungshüter, sich gut sichtbar zu kleiden, da sich der Autostopper am Strassenrand befindet. Doch genauer willl man von Seiten der Polizei nicht auf den Anlass eingehen: «Diese Veranstaltung ist keiner Bewilligung unterstellt und tangiert somit die öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht.»

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