Aktualisiert 05.05.2011 21:16

Interview mit Remo Weibel

«AWD schneidet in Tests sehr gut ab»

In Deutschland weht AWD* und seinem Gründer Carsten Maschmeyer ein eisiger Wind entgegen. AWD-Schweiz-Chef Remo Weibel sieht keine Parallelen zur Schweiz.

von
Hans Peter Arnold
AWD-Schweiz-Chef Remo Weibel. (Foto: Roman Hodel)

AWD-Schweiz-Chef Remo Weibel. (Foto: Roman Hodel)

Der AWD-Gründer und Fast-Milliardär Carsten Maschmeyer sorgt für negative Schlagzeilen. AWD soll über 30 000 Kunden falsch beraten haben. Wie hoch ist der Schaden für AWD?

Remo Weibel: Carsten Maschmeyer ist nicht mehr operativ bei AWD tätig. Und AWD Schweiz ist von den vorgeworfenen Falschberatungen nicht betroffen. Das Unternehmen hat keinen Schaden genommen.

Immer wieder wurde AWD in der Vergangenheit wegen aggressiven Verkaufsmethoden angeprangert.

Es ist so, dass es bei AWD Anfang der 90er-Jahre Schwierigkeiten gab. Doch inzwischen schneidet AWD Schweiz in Tests sehr gut ab. Das hängt damit zusammen, dass wir bei der Beratung strukturiert vorgehen und die Bedürfnisse genau abchecken. Übrigens ist AWD bereits zum vierten Mal zum Schweizer Top-Arbeitgeber gewählt worden.

Welche Vorteile erhält eigentlich AWD Schweiz mit Swiss Life als Eigentümerin?

Da gibt es einen Wissenstransfer. Zudem ist es für unsere Berater von grossem Vorteil, wenn sie Swiss Life als Eigentümerin kommunizieren.

Weshalb?

Swiss Life ist eine traditionsreiche und starke Marke im

Finanzsektor.

Das Internet revolutioniert das Finanzgewerbe – bald auch den Produktvertrieb?

In der Theorie ist dies zu erwarten. Doch in der Praxis stellen wir fest: Die Finanzmärkte werden immer komplexer, umso wichtiger wird eine persönliche Beratung. Die Kunden wollen in Geldfragen einen Ansprechpartner.

Sie sehen kein Trend hin zu

«Do it yourself» im Finanzsektor?

Nein, gerade die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig eine kompetente Beratung ist. Heute schauen die Kunden wieder vermehrt auf Garantie und Sicherheit.

Welche Trends sehen Sie?

Die Lebenserwartung steigt und die private Altersvorsorge wird somit wichtiger.

* AWD ist ein Finanzdienstleister, der in der Schweiz 375 Berater beschäftigt, 110 Millionen Franken Umsatz macht und über 150 000 Privatkunden zählt.

Versicherung für Vielbeschäftigte

AWD lanciert ein neues Produkt für Menschen mit einer Abneigung gegen Papierkrieg: ein komplettes Angebot aus einer Hand für alle Versicherungen, egal, welche Laufzeiten noch ausstehen. Je nach Bedarf umfasst das «Sorglos-Paket» die Bereiche Motorfahrzeuge, Hausrat, Gebäude, Privathaftpflicht und Rechtsschutz. «Der USP dabei ist, dass sich der Kunde mit allem direkt an AWD wenden kann, der dann Schadenfälle oder Versicherungsanpassungen komplett abwickelt», so AWD-Sprecher Max Fischer. Im Herbst kommt ein analoges Angebot für die Krankenkasse auf den Markt: Der ganze Papierkrieg bei der Abrechnung mit unterschiedlichen Grund- und Zusatzversicherern wird erledigt.

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