Versicherungs-Konzern: Axa streicht «Winterthur» aus dem Firmennamen
Aktualisiert

Versicherungs-KonzernAxa streicht «Winterthur» aus dem Firmennamen

Der Versicherungs-Konzern Axa wird ab Frühling 2018 ohne den Zusatz «Winterthur» auftreten. Als Grund gibt der Konzern die «Ein-Marken-Strategie» der Axa-Gruppe an.

von
20M
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Axa Winterthur heisst der Versicherungskonzern nicht mehr lange - hier ein Bild vom Hauptsitz bei der Präsentation des neuen Logos im November 2007.

Axa Winterthur heisst der Versicherungskonzern nicht mehr lange - hier ein Bild vom Hauptsitz bei der Präsentation des neuen Logos im November 2007.

Keystone/Walter Bieri
...künftig heisst es nur noch "Axa".

...künftig heisst es nur noch "Axa".

Axa.
Crashtest der Axa Winterthur am 24. August 2017 in Dübendorf.

Crashtest der Axa Winterthur am 24. August 2017 in Dübendorf.

Melanie Duchene

Winterthur ist nicht nur die zweitgrösste Stadt des Kantons Zürich, sondern auch der klingende Name einer grossen Versicherungsgesellschaft - oder besser war. Die Axa-Gruppe, zu der die Winterthur-Versicherung schon seit zehn Jahren gehört, streicht per Frühling 2018 den Zusatz aus ihrem Firmennamen. So wird aus der Axa Winterthur dann schlicht die Axa.

«Wir gehören bereits seit 2007 zur französischen AXA Gruppe. Es war seither klar, dass der Begriff früher oder später wegfallen würde», wird CEO Antimo Perretta in einer Mitteilung der Axa Schweiz vom Sonntag zitiert. Das Ganze geschehe im Zuge der Überarbeitung der weltweiten, so genannten Ein-Marken-Strategie.

«Keine Abkehr vom Standort Winterthur»

Der Wegfall des Namenszusatzes bedeute aber keine Abkehr vom Standort Winterthur, wie Perretta betont: «Die Stadt Winterthur bleibt weiterhin unser Hauptsitz, auch an unserer starken lokalen Verwurzelung durch das grösste Agenturnetz der Schweiz in allen Landesteilen sowie die damit verbundene Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden ändert sich nichts.»

Die Axa Winterthur zählt gemäss der Mitteilung rund zwei Millionen Kunden und rund 4000 Mitarbeitende. Sie erzielte im vergangenen Jahr ein Geschäftsvolumen von 11 Milliarden Franken.

Klassische Autoversicherung unter Druck

In einem Interview mit der SonntagsZeitung gibt der Versicherungschef überdies Einblick in künftige Ideen, mit denen die Versicherung ihre Position auf dem Markt behaupten will. So plant die Axa in der Schweiz neue Versicherungsmodelle für die neue Welt des autonomen Fahrens, in der die klassische Autoversicherung zusehends unter Druck gerät.

Längerfristig wolle die Axa nicht mehr einfach das Auto versichern, sondern «Mobilitätsangebote machen», beispielsweise «für ein Auto inklusive Versicherung». Zusammen mit der Swisscom werde ein Produkt entwickelt, «das einen langfristigen Fahrzeugmietvertrag mit Carsharing kombiniert», sagt Perretta.

Rennen gegen Amazon, Google und Co.

Er begründet diesen Schritt ins Mobilitätsgeschäft damit, dass die Axa-Winterthur schon heute Unternehmen bei der Bewirtschaftung ihrer Fahrzeugflotten unterstütze. Hier wie überall in der digitalen Welt geht es um Daten.

Als Beispiel führt Perretta an: «Mit unseren Daten lässt sich feststellen, ob gewisse Mitarbeiter besonders viele Schäden verursachen.» Ein Problem mit dem Datenschutz sieht der Versicherungschef nicht, solange die Mitarbeitenden über diesem Umgang mit ihren Daten informiert seien.

Mit Hilfe der Digitalisierung hofft die Axa auch, im Bereich der Krankenversicherung vertieft Fuss zu fassen. So gebe es Apps, die «anhand der Stimme einer Person bereits recht zuverlässig erkennen können, ob sie Gefahr läuft, psychisch zu erkranken». Perretta kann sich vorstellen, solche Apps, die zudem Gesundheitstipps geben sollen, auch in der Schweiz einzusetzen.

Mit solchen Initiativen will Perretta sicherstellen, dass Axa das Rennen gegen Internetgiganten wie Amazon oder Google nicht verliert (20M/sda)

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