Aktualisiert 23.01.2008 15:46

Axpo: Mehr Umsatz aber weniger Gewinn

Der Energiekonzern Axpo legt für das Geschäftsjahr 2006/07 erneut ein Unternehmensergebnis in Milliardenhöhe vor. Die Gewinnsteigerung um 36 Prozent auf 1,436 Mrd. Franken ist aber wie bereits im Vorjahr mehreren Sonderfaktoren zu verdanken.

So konnte der Konzern hohe Gewinne aus dem Verkauf seiner Beteiligung an der Electricité de Strasbourg und aus Umschichtungen des Wertschriften-Portefeuilles verbuchen, wie Axpo am Mittwoch mitteilte. Das um Sonderfaktoren bereinigte Unternehmensergebnis stieg von 631 Mio. auf 813 Mio. Franken.

Betriebsgewinn tiefer

Der Betriebsgewinn (EBIT) liegt dagegen mit 1,268 Mrd. Fr. um 10 Prozent unter dem Vorjahr - damals hatte hier aber die Verlängerung der Nutzungsdauer für das KKW Beznau positiv zu Buch geschlagen, wie Finanzchef Rolf Bösch an einer Medienkonferenz erläuterte. Die Aktionäre - die Nordostschweizer Kantone - erhalten nun eine Dividende von 159 Mio. Franken.

Beim Umsatz resultiert ein leichter Rückgang von 2 Prozent auf 9,208 Mrd. Franken. Wegen der milden Witterung sei der Umsatz im Versorgungsgebiet zurückgegangen, sagte Bösch. Im Handelsgeschäft hätten dagegen die tieferen Preise trotz Mehrabsatz zu einem etwas geringeren Umsatz geführt.

Der Energieabsatz belief sich auf 113 TWh, ein Plus von 1,1 Prozent, wobei der Stromverbrauch in den Versorgungsgebieten der NOK und der CKW wegen dem milden Winter und dem nicht sehr heissen Sommer um 3,5 Prozent unter dem Vorjahr blieb. Gestiegen ist dagegen der Stromhandel (&1,9 Prozent).

Strommarktöffnung

Zu den wichtigen politischen Weichenstellungen des vergangenen Jahres gehöre sicher die Öffnung des Strommarktes, sagte Konzernchef Heinz Karrer. Erste Kunden ausserhalb ihres Versorgungsgebiets habe die Axpo bereits gewonnen, so Karrer: Darunter die Stadt Yverdon.

Bezüglich ihrer Preise sei die Axpo wettbewerbsfähig, meinte der Firmenchef. Tatsächlich zeigen Erhebungen des Preisüberwachers ein deutliches Preisgefälle mit hohen Preisen im Westen der Schweiz und deutlich tieferen Preisen im Nordosten. In den nächsten Monaten plane die Axpo sicherlich auch keine Preiserhöhungen, so Karrer.

Ersatzinvestitionen

In den kommenden Jahren stünden hohe Investitionen an: Bis im Jahr 2020 werde die Gesellschaft gegen 10 Mrd. Fr. in den Ersatz und die Erneuerung von Kraftwerken und Netzen investieren. Strom aus eigenen Produktionskapazitäten werde günstiger bleiben als der im Handel zugekaufte.

Bei der Planung von zwei neue Atomkraftwerken in Beznau und Mühleberg sei man weiterhin auch im Gespräch mit der Atel, sagte Karrer. Nicht zur Diskussion gestellt werden dabei die Standorte, so Karrer. Schliesslich gehe es auch um die Akzeptanz in der Bevölkerung: «Es soll nicht der Verdacht aufkommen, dass es nicht um einen Ersatz geht.» (sda)

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