Erneuerbare Energien ausbauen – Axpo will Strom-Blackouts mit 11-Milliarden-Investition verhindern
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Erneuerbare Energien ausbauenAxpo will Strom-Blackouts mit 11-Milliarden-Investition verhindern

Ab 2025 drohen der Schweiz regelmässige Blackouts. Um das zu verhindern, müssen jetzt rasch erneuerbare Energien ausgebaut werden, sagt die Axpo.

von
Barbara Scherer
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Strom-Blackouts könnten 2025 Realität werden, wie die Axpo in einer Medienmitteilung schreibt. 

Strom-Blackouts könnten 2025 Realität werden, wie die Axpo in einer Medienmitteilung schreibt.

20min/Taddeo Cerletti
Denn bis 2050 will die Schweiz aus der Kernenergie aussteigen und den CO2-Ausstoss auf Null reduzieren.

Denn bis 2050 will die Schweiz aus der Kernenergie aussteigen und den CO2-Ausstoss auf Null reduzieren.

20min/Marco Zangger
Und zurzeit geht der Ausbau von erneuerbaren Energien zu langsam voran, sagt die Axpo. Das müsse sich ändern.

Und zurzeit geht der Ausbau von erneuerbaren Energien zu langsam voran, sagt die Axpo. Das müsse sich ändern.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Der Schweiz drohen vermehrt Stromlücken.

  • Darum müssen erneuerbare Energien schneller ausgebaut werden, sagt die Axpo.

  • Dafür muss sich der Netzzuschlagsfonds mit maximal rund elf Milliarden Franken im Jahr 2046 verschulden können.

Bis zu 500 Stunden ohne Strom: Vor diesem Extremfall warnt der Bund. Der Schweiz droht nämlich eine Stromlücke im Winter. Dabei dürften Blackouts in den nächsten Jahren zunehmen. Denn bis 2050 will die Schweiz aus der Kernenergie aussteigen und den CO2-Ausstoss auf Null reduzieren.

Darum müssen jetzt die einheimischen erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Doch die Schweiz kommt kaum voran. Ab 2035 müsste darum ein Drittel des Stroms importiert werden. Auch könnten Stromversorgungsunterbrüche schon ab 2025 Realität werden, wie die Axpo in einer Medienmitteilung warnt.

Das muss aber nicht sein. Während die Politik auf Mini-AKWs setzen will, um Blackouts zu verhindern, sieht die Axpo die Lösung im schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, wie Photovoltaik-Anlagen und Windkraftwerken.

Allerdings können die erneuerbaren Energien alleine die Kernkraftwerke nicht ersetzen – insbesondere im Winter. Darum schlägt die Axpo vor, dass ab 2040 zusätzlich Gaskraftwerke basierend auf CO2-neutralem Gas eingesetzt werden.

Mit diesem Mix sei die Schweizer Jahresbilanz ungefähr ausgeglichen: Es werde im Inland in etwa so viel Strom erzeugt wie verbraucht wird.

Strom-Import bleibt notwendig

Gerade in den Wintermonaten sei die Schweiz aber auf jeden Fall weiterhin auf Importe angewiesen. «Denn eine völlig unabhängige Schweiz macht keinen Sinn, das wäre viel zu teuer», erklärt Axpo-CEO Christoph Brand.

Um den Plan der Axpo umsetzen zu können, muss jetzt die Politik aktiv werden. Denn die Energiewende kostet Geld: «Im Axpo-Szenario müsste sich der Netzzuschlagsfonds mit maximal rund elf Milliarden Franken im Jahr 2046 verschulden können», erklärt Axpo-Chefökonom Martin Koller. Auswirkungen auf den Strompreis hätte das nicht.

Das ist die Axpo:

Axpo ist die grösste Schweizer Produzentin von erneuerbarer Energie und international führend im Energiehandel sowie in der Vermarktung von Solar- und Windkraft. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande 5000 Mitarbeitende. Dabei ist die Axpo in 40 Ländern in Europa, den USA und Asien aktiv.

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