Vor den Wahlen: Ayatollah fährt Ahmadinedschad an den Karren
Aktualisiert

Vor den WahlenAyatollah fährt Ahmadinedschad an den Karren

Knapp sechs Wochen vor der Präsidentenwahl im Iran gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen dem geistlichen Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und Staatschef Mahmud Ahmadinedschad.

Chamenei rügte Ahmadinedschad öffentlich, indem er eine von dessen Stellvertreter verfügte Entlassung rückgängig machte, wie die Zeitung «Iran» am Montag berichtete. Ahmadinedschad, der sich am 12. Juni zur Wiederwahl stellt, ist für einen Sieg auf die Unterstützung Chameneis angewiesen.

In dem Disput ging es um die Entlassung des Leiters eines Gremiums, die die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka organisiert. Einer von Ahmadinedschads Stellvertretern hatte Mostafa Chaksar Kahrudi entlassen und einen Nachfolger ernannt. Ein Vertreter Chameneis protestierte gegen die Entscheidung, und dieser ordnete die Wiedereinsetzung Kahrudis an.

Ob Chamenei hinter Ahmadinedschad steht, ist derzeit nicht klar: Das geistliche Oberhaupt des Irans hat bereits Entscheidungen des Staatschefs aufgehoben, ihm später aber erneut seine Unterstützung zugesagt. Sollte sich Chamenei vor der Präsidentenwahl für den Amtsinhaber aussprechen, könnte dieser vermutlich auf die Stimmen der Konservativen zählen. Andernfalls könnte diese Wählergruppe für einen anderen Kandidaten stimmen. (dapd)

Ahmadinedschad sagt Lateinamerika-Besuch ab

Mahmud Ahmadinedschad hat einen für die kommenden Tage geplanten Besuch in Lateinamerika abgesagt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Montag berichtete, wurde der Staatschef in Brasilien, Venezuela und Ecuador erwartet. Einen Grund für die Absage nannte IRNA nicht.

US-Aussenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag erklärt, die USA wollten ihre Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten verbessern, um dem iranischen Einfluss dort entgegenzuwirken. Das Aussenministerium in Teheran erklärte dazu, alle Staaten hätten das Recht, ihre Beziehungen auszubauen. In den vergangenen Jahren hatten Ahmadinedschad und der venezolanische Präsident Hugo Chávez ihre Kontakte verstärkt.

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