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IranAyatollah kritisiert Ahmadinedschad

Eine Gruppe einflussreicher iranischer Geistlicher hat die Opposition zu einer Fortsetzung der Proteste gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl aufgerufen.

Zudem kritisierte die Vereinigung der Lehrer und Forscher der Seminare in der heiligen Stadt Kom in einer Erklärung auf ihrer Website die Verhaftungen von Demonstranten sowie Folter in den Gefängnissen.

Ayatollahs gegen Ahmadinedschad

«Jeden Tag sind Berichte von unmenschlicher Folter zu hören. Bestattungen und Gedenkveranstaltung für Opfer werden nicht erlaubt und unglücklicherweise wird all dies im Namen des Islams getan», erklärten die schiitischen Theologen. Damit wurde erneut deutlich, dass die Opposition in der Geistlichkeit der Islamischen Republik durchaus auf Rückhalt zählen kann. Nur wenige der massgeblichen Ayatollahs aus der Theologenstadt Kom haben sich bislang hinter den bei der Wahl am 12. Juni nach amtlichen Ergebnissen wiedergewählten Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gestellt.

Das geistliche Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei unterstützt den Hardliner Ahmadinedschad jedoch. Zuletzt hat Chamenei den Präsidenten jedoch wegen einer umstrittenen Personalie, der Ernennung seines Schwiegersohns Esfandiar Rahim Maschaie zu seinem Stellvertreter, öffentlich gerügt. Der anschliessende Widerstand Ahmadinedschads gegen Chameneis Anordnung hat auch viele Konservative gegen ihn aufgebracht.

Dschannati kritisiert

Der ultrakonservative Ayatollah Ahmad Dschannati tadelte Ahmadinedschad während des Freitagsgebets öffentlich: «Vor der Ernennung von Individuen für Ministerien müssen sich Regierung und Parlament absprechen.» Direkt an den Präsidenten gerichtet sagte er, dessen Personalpolitik habe einen «Aufschrei im Volk» ausgelöst. Dabei kritisierte er auch die plötzliche Entlassung von Geheimdienstminister Gholam Hossein Mohseni Edschehi. «Die plötzliche Entlassung eines Veteranen und kompetenten Ministers ist nicht in Ordnung. Diese Art Vorgehen ist nicht zu verteidigen.» (dapd)

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