B-Casinos werden fast A-klassig
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B-Casinos werden fast A-klassig

Der Bundesrat hat die Bedingungen für die B-Casinos verbessert, was bei den Betreibern der sieben grossen A-Casinos Unmut erweckt.

B-Casinos sollen nach dem Willen der Landesregierung in Zukunft ihr Spielangebot aus den gleichen Tischspielarten zusammenstellen dürfen wie die Grand Casinos mit A-Lizenz. Die Zahl der Tischspiele bleibt aber beschränkt. Die für B-Casinos geltenden Höchsteinsätze und -gewinne werden erhöht.

Ferner soll eine Angleichung der Steuerprogression vorgenommen werden. Bisher stieg die Progression für B-Casinos steiler an als für A-Casinos. Bestehen bleiben dagegen die unterschiedlichen Schwellenwerte bei der Progression. Diese betragen 10 Millionen Franken für B-Casinos und 20 Millionen für A-Casinos.

Die Revision der VSBG wurde vor dem Hintergrund der Probleme vieler B-Casinos in die Wege geleitet. Während die Branche nämlich insgesamt boomt, bekunden insbesondere die Spielbanken in den touristischen Bergregionen entgegen ursprünglichen Annahmen grosse Probleme. Diese besitzen allesamt B-Lizenzen.

Branche ist gespalten

In der Branche stossen die Pläne der Landesregierung jedoch nicht nur auf Zustimmung: Die Interessen der A- und B-Casinos seien namentlich im Bereich der Angebotsgestaltung sehr unterschiedlich, schreibt der Schweizer Casino Verband (SCV) im Rahmen der am Freitag zu Ende gegangenen Vernehmlassung.

Die B-Casinos verträten die Auffassung, dass mit den vorgeschlagenen Änderungen nur ihre Minimalforderungen erfüllt seien. Dagegen lehnten die A-Casinos Verbesserungen für die B-Casinos so kurz nach dem Markteintritt ab.

«Spielregeln von Anfang an bekannt»

«Die Spielregeln waren von Anfang an bekannt und die Casinos konnten entsprechend ihre Businesspläne erstellen», sagte Stefan Harra, Direktor des Grand Casinos Bern, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Nun wolle man aber während des Spiels die Regeln ändern, was aus Sicht der A-Casinos unfair sei.

De facto werde es nach der VSBG-Revision keinen Unterschied mehr zwischen A- und B-Casinos geben, sagte Harra weiter. Es sei dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die nächste Angleichung komme.

Auf mehr Entgegenkommen gehofft

Jean-Claude Frings, Direktor des B-Casinos in St. Moritz, hat zwar Verständnis für die Einwände der Spielbanken mit A-Lizenz. Er verweist jedoch auf die Probleme der Bergcasinos: Jene in Arosa GR und in Zermatt VS seien bereits geschlossen und ohne Erleichterungen für die B-Casinos würden noch weitere folgen.

«Wir begrüssen jede Erleichterung für die B-Casinos, haben jedoch vom Bundesrat mehr erwartet», sagte Frings auf Anfrage. Insbesondere hätten die Bergcasinos gehofft, die Erlaubnis für elektrische Rouletts (so genanntes Touch-Bet-Roulett) zu erhalten.

«Mit Touch-Bet-Rouletts könnten die Bergcasinos bei den Personalkosten sparen», erklärte Frings. Dies wäre insbesondere in der Zwischensaison wichtig, in der die Bergcasinos beim personalintensiven Tischspiel Verluste einfahren würden.

Verband wünscht mehr Freiheiten

In einem ist sich die Branche allerdings einig: Sie wünscht sich vom Gesetzgeber mehr Freiheiten, um beim Tischspiel Innovationen einführen zu können. Dieses Anliegen formuliert der SCV in der ebenfalls am Freitag zu Ende gegangenen Vernehmlassung zur Glücksspielverordnung (GSV).

Die GSV, die technische Details des Glücksspiels regelt, ist nach Ansicht des Schweizer Casino Verbandes zu restriktiv. Die heutigen rechtlichen Rahmenbedingungen schränkten innovative Spielbanken unnötig ein, findet er.

(sda)

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