Aktualisiert 20.07.2010 15:05

«Kommunikationsfehler»B-Post wird doch nicht vernichtet

Die Post bugsiert sich mit einer Fehlkommunikation in die Schlagzeilen: Sie teilte mit, dass ungenau adressierte B-Post-Briefe vernichtet würden. Das ist nicht richtig – aber auch nicht ganz falsch.

von
amc
Zurück an Absender oder ab in den Abfall: Das Schicksal ungenau adressierter B-Post Massensendungen.

Zurück an Absender oder ab in den Abfall: Das Schicksal ungenau adressierter B-Post Massensendungen.

«Die Post vernichtet Feriengrüsse», titelte der «Landbote» am Montag und berichtete, dass die Post bei ungenau adressierten B-Post-Briefen keine Nachforschungen macht, sondern die Sendungen zurückschickt oder gar vernichtet. Nicht nur 20 Minuten Online sondern auch die Nachrichtenagentur SDA nahmen den Artikel auf und kontaktierte die Post. «Ja, die Post macht bei B-Post-Sendungen keine Nachforschungen mehr», bestätigte Pressesprecherin Nathalie Salamin.

Die Feriengrüssen ans geliebte Omi im Papierkorb statt im Briefkasten? Die Aufregung war gross. Nun krebst die Post zurück und präzisiert: «Nur bei B-Post-Massensendungen wird nicht mehr nach der richtigen Adresse geforscht», korrigierte Sprecherin Samalin im Verlaufe des Dienstags nachträglich. Es sei ein Kommunikationsirrtum gewesen. «Die normale B-Post – die Sie und ich schicken – ist von dieser Regelung nicht betroffen. Ist sie ungenügend adressiert, wird sie weiterhin ergänzt», so Salamin gegenüber 20 Minuten Online.

80 Prozent der gesamten B-Post sind Massensendungen

Die ganze Aufregung also umsonst? Nicht ganz: «B-Post Massensendungen» machen 80 Prozent des B-Post-Briefverkehrs aus und werden hauptsächlich von Firmenkunden genutzt. Private können zwar von den Konditionen profitieren, aber nur wenn sie Massensendungen von über 500 Briefen machen. Die Feriengrüsse landen also nach wie vor in Omas Händen, auch wenn der liebe Enkel die Adresse nicht mehr ganz in Erinnerung hat. Ärgern müssen sich hingegen die Firmenkunden: Sie sind auf die Zuverlässigkeit der einzelnen Pöstler angewiesen.

Automatisch ergänzt werden beispielsweise falsche Postleitzahlen - bei einer falschen Hausnummer oder einem fehlenden Namenszusatz ist jedoch der Briefträger gefragt. Kennt er die richtige Anschrift, fügt er sie bei der Vorbereitung seiner Tour an. Weil die «Pöstler» heute aber mehrere Routen betreuen, kennen sie nicht mehr alle Bewohner, so Samalin weiter. Wie viele Briefsendungen der Nachforschungsregel bei der B-Post zum Opfer fallen, konnte die Post bisher nicht sagen. Insgesamt habe es im vergangenen Jahr 60 Millionen Briefe mit Adressproblemen gegeben, sagte Salamin. Dazu gehören aber beispielsweise auch Sendungen an verstorbene Personen.

Die Nachforschungsregelung gilt übrigens seit 2003 – die Postboten waren bisher aber zuverlässiger als die Pflichten erforderten.

Regeln für eine sichere Auslieferung:

Adresse muss vollständig sein, samt des offiziellen Strassennamens sowie der korrekten Hausnummer.

Anschrift muss so eindeutig sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Adresse muss mindestens drei maximal aber sechs Zeilen umfassen. Postleitzahl muss zwingend vermerkt werden.

Anschrift muss so eindeutig sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Adresse muss mindestens drei maximal aber sechs Zeilen umfassen. Postleitzahl muss zwingend vermerkt werden.

Anschrift muss so eindeutig sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Adresse muss mindestens drei maximal aber sechs Zeilen umfassen. Postleitzahl muss zwingend vermerkt werden.

Anschrift muss so eindeutig sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Adresse muss mindestens drei maximal aber sechs Zeilen umfassen. Postleitzahl muss zwingend vermerkt werden.

Anschrift muss so eindeutig sein, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Adresse muss mindestens drei maximal aber sechs Zeilen umfassen. Postleitzahl muss zwingend vermerkt werden.

Der goldene Tipp: Absender notieren, so wandert auch die B-Post sicher nicht in den Abfall.

Feedback

Sind Ihre Feriengrüsse nie angekommen? Haben Sie schlechte Erfahrungen mit der Zustellpolitik gemacht oder tut auch ihr Postbote schwierig? Schicken Sie uns ein Mail und Ihre Telefonnummer an: feedback@20minuten.ch

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