Aktualisiert 01.06.2004 00:24

Baarer sauer: «Wir lassen uns nicht vergewaltigen»

Der Streit um eine Hochspannungsleitung durch Baarer Wohngebiet eskaliert.

Mit den Höflichkeiten ist es im Konflikt um die geplante Hochspannungsleitung durch Baar nun vorbei. Die gescheiterten Verhandlungen vom vergangenen Dienstag haben dem Baarer Gemeindepräsidenten Jürg Dübendorfer gezeigt, dass weder die Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK) noch die SBB Verständnis für die Anliegen seiner Gemeinde zeigen. «Wir lassen uns nicht vergewaltigen», sagt Dübendorfer in einem Interview mit der «Zuger Presse», «nach dem, was ich an Sturheit und Unverständnis erfahren musste, sind Anstand und persönliche Rücksichtnahme aufgehoben.»

Die Hochspannungsleitung, welche die NOK und die SBB gemeinsam als Netzbetreiber oberirdisch durch bewohnte Teile der Gemeinde Baar ziehen wollen, ist zwar seit Jahren bewilligt, wird aber von der Gemeinde abgelehnt. Die Leitungen würden von bis 35 Meter hohen Masten getragen.

Die Anwohner haben vor der Wirkung elektromagnetischer Felder grosse Angst, die optische Verschandelung der Landschaft wäre enorm, und die Grundeigentümer, die jetzt in einem Enteignungsverfahren stecken, fürchten um den Wert ihrer Häuser. Dübendorfer dazu: «Wir sind nicht gegen die Leitung als solche, wir wollen nur, dass sie unterirdisch geführt wird. Das ist an zahlreichen Orten in der Schweiz und

im Ausland sehr wohl möglich. Warum denn nicht auch bei uns?» Von SBB und NOK gab es dazu keine Stellungnahme.

(cae)

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